Ein Brief von Klaus Jensen

Heute erreichte mich ein Schreiben unseres künftigen Oberbürgermeisters Klaus Jensen:

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Klaus Jensen Staatssekretär a.D

Im Schammat 27

54294 Trier

 

Herrn

Thomas Albrecht

Kaiser-Augustus-Str. 3

54296 Trier

16. März 2007

Sehr geehrter Herr Albrecht,

am kommenden Dienstag, den 20.März 2007, entscheiden Sie darüber, wer für die nächsten acht Jahre das für die Entwicklung unserer Stadt so wichtige Baudezernat leiten wird.

Als künftiger Oberbürgermeister möchte ich Ihnen und allen anderen Mitgliedern des Stadtrates auf diesem Wege meine Haltung in dieser Frage erläutern und sie um Ihre Stimme für Frau Beatrice Soltys bitten.

Die Bewerbung von Frau Soltys hat mich zutiefst überzeugt. Ihre Persönlichkeit, ihre fachliche Kompetenz, ihr innovatives und fachübergreifendes Denken und ihr Potenzial werden nicht nur bei mir und den Fraktionen von FDP, Grüne und SPD positiv gewertet. Durch meine umfänglichen Recherchen konnte ich feststellen, dass Frau Soltys in allen politischen Lagern Ludwigsburgs die gleich hohe fachliche und persönliche Wertschätzung erfährt.

Das von CDU und UBM vorgetragene Argument, sie besitze keine Führungserfah­rung. ist nicht nachvollziehbar, da sie eindeutig Führungsaufgaben mit entsprechen­der~ Personalverantwortung wahrnimmt. Wäre diese Argument ausschlaggebend dürfte keines der jetzigen Mitglieder des Stadtvorstandes im Amt sein. Sie alle hatten vor Beginn ihrer Dezernententätigkeit keine oder eine vergleichbare Führungserfahrung.

Die gleichmäßig hohe Einschätzung der Frau Soltys ist bei Frau Kaes-Torchiani nicht gegeben. Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung und der Wirtschaft aus verschiedenen Orten — darunter auch Mitglieder der CDU – melden auf der Grundla­ge eigener Erfahrungen Bedenken gegen ihre Wahl an.

Ich sehe also einen Kompetenzvorsprung von Frau Soltys, den ich nicht nur aus den Bewerbungsgesprächen ableite.

Ich möchte Sie ebenso herzlich wie dringend bitten, dies bei Ihrer Entscheidung zu berücksichtigen.

Die Zugehörigkeit von Frau Kaes-Torchiani zur CDU ist insofern nicht der alleinige, sondern zusätzliche Aspekt, der gegen ihre Wahl spricht.

In den vergangenen Wochen haben mich unzählige Reaktionen Trierer Bürgerinnen und Bürger erreicht, die das Vorhaben der Fraktionen von CDU und UBM, Frau Kaes-Torchiani zu wählen, heftig kritisieren. Auch diese Kritik kommt aus ganz unter­schiedlichen Bereichen. Sie wird vor allem vor dem Hintergrund nicht nur meiner Wahl und der Tatsache formuliert, das über 2/3 der Wählerinnen und Wähler in Trier für einen neuen Politikstil votiert haben, sondern auch aufgrund der selbst von CDU und UBM getroffenen Aussagen zur Bedeutung einer Parteizugehörigkeit. –

Mit Ihrer Entscheidung am Dienstag haben Sie es in der Hand, ob Gräben überwun­den oder vertieft werden. Ganz Trier und auch ich als neuer Oberbürgermeister ha­ben kein Interesse an einem vorgezogenen Kommunalwahlkampf, der auch aus der Sicht der Bürgerschaft nur Verlierer hervorbringen wird.

Frau Soltys ist keinem Lager zuzuordnen und bietet somit Gewähr für eine an den Interessen der Stadt orientierten Sachpolitik. Ihre Wahl wäre ein Zeichen für mehr Gemeinsamkeit und gegen Politikverdrossenheit.

In diesem Sinne bitte ich Sie aufrichtig um Ihr Votum für Frau Soltys.

Mit freundlichen Grüßen

Klaus Jensen

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Ich habe Herrn Jensen unverzüglich geantwortet:

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Herrn Statssekretär a.D.

Klaus Jensen

Im Schammat 27

54290 Trier

17.03.2007


Sehr geehrter Herr Jensen,


für Ihr Schreiben vom 16. 3. 2007, in dem Sie mir Ihre Haltung zur Wahl der künftigen Baudezernentin erläutern, danke ich Ihnen sehr.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass ich Ihre Einschätzung in Bezug auf die beiden Bewerberinnen nicht teilen kann.

Einigkeit zwischen uns besteht sicherlich in der Einschätzung, dass von allen 42 Bewerbern und Bewerberinnen für dieses Amt sowohl Frau Soltys als auch Frau Kaes-Torchiani die beiden geeignetsten sind.

Während Sie einen Kompetenzvorsprung bei Frau Soltys sehen, meine ich, dass dieser eindeutig bei Frau Kaes-Torchiani liegt. Ich habe bei meinen bisherigen Tätigkeiten auf politischer und kirchlicher Ebene schon sehr viele Personalentscheidungen mitverantwortlich treffen müssen. Ich weiß daher, dass solchen Entscheidunge die schwierigsten sind, die zu fällen sind. Bitte glauben Sie mir daher, dass ich mein Votum, das ich am kommenden Dienstag zu treffen habe, sehr sorgfältig und intensiv vorbereitet habe.

Sie schreiben, dass „Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung und der Wirtschaft aus verschiedenen Orten – darunter auch Mitglieder der CDU – auf der Grundlage eigener Erfahrungen“ Bedenken gegen die Wahl von Frau Kaes-Torchiani angemeldet hätten.

Mit Verlaub: Wer meldet welche Bedenken an? Was wird im Einzelnen vorgetragen? Es wäre sehr nützlich gewesen, wenn Sie mir Namen und konkrete Vorbehalte genannt hätten, die ich dann selbst verständlich auch vertraulich behandelt hätte. Dann wäre ich in der Lage gewesen, diese zu überprüfen. In meinem Beruf habe ich es mir angewöhnt, meine Entscheidungen allein von konkreten, nachprüfbaren Tatsachen abhängig zu machen. Nebulöse Andeutungen, die durch keine Fakten untermauert sind, können meines Erachtens keine seriöse Grundlage sein, eine Votum für oder gegen eine Person zu treffen. Auch ich habe in den letzten Tagen zahlreiche Anrufe erhalten. Neben (sehr vielen) positiven Rückmeldungen habe ich in der Tat auch Bedenken gehört. Diese lauteten, Frau Kaes-Torchiani habe während ihrer Zeit als Amtsleiterin in Wittlich bei ihren Planungsentscheidungen zu sehr auf Umweltgesichtspunkte Rücksicht genommen und dabei Interessen der Wirtschaft vernachlässigt. Frau Kaes-Torchiani hat mir gegenüber erklärt, dass sie die Vorwürfe kenne, sie lege auf den Erhalt unserer Umwelt tatsächlich großem Wert. Damals sei sie eben „ihrer Zeit voraus“ gewesen. Dies hat mich überzeugt. Für mich ist solcher Einwand daher eher ein Argument, das eindeutig für Frau Kaes-Torchiani spricht.

Ich würde niemals behaupten, Frau Soltys besäße „ keine Führungserfahrung“. Vergleicht man jedoch den Lebenslauf beider Bewerberinnen genau, so stellt sich heraus, dass Frau Kaes-Torchiani eindeutig die bessere und längere Führungserfahrung hat. Sie selbst haben doch im ersten Entwurf des Ausschreibungstextes, den Sie formuliert haben, auf die „langjährige Führungserfahrung“ als Qualitätsmerkmal besonderen Wert gelegt. Gilt Ihre damalige Forderung heute nicht mehr?

Sie haben zudem Wert auf Kompetenzen im Planungsbereich gelegt. Frau Soltys verfügt über diese Erfahrungen nicht in dem Maße wie ihre Mitbewerberin. War und ist Frau Soltys doch bisher so gut wie ausschließlich im Bereich „Bauen“ tätig.

Frau Kaes-Torchiani hat sich mir bei ihrer Vorstellung als äußerst kompetente, selbstbewusste und vor allem durchsetzungsfähige – gleichzeitig aber auch teamfähige – Persönlichkeit dargestellt. Ich bin mir deshalb sicher, dass sie in Trier einiges „bewegen“ kann und wird. Umfängliche Recherchen, die insbesondere Fraktionsvorsitzender, Herr Bertrand Adams, durchgeführt hat, haben dieses Bild eindeutig bestätigt. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass ich Frau Kaes-Torchiani daher beim unmittelbaren Vergleich eindeutig den Vorzug gebe. Sie hat mich einfach mehr überzeugt, völlig unabhängig von ihrem Parteibuch.

Nicht nachvollziehen vermag ich Ihr Argument, dass die Parteizugehörigkeit von Frau Kaes-Torchiani nicht der alleinige, sondern ein zusätzlicher Aspekt sei, der gegen ihre Wahl spreche. Gerade Sie, der Sie als unabhängiger Kandidat aufgetreten sind und auch erklärt haben, dass Sie Ihr Amt unabhängig ausüben wollten, sollten eigentlich mit der Parteizugehörigkeit ihrer Beigeordneten überhaupt kein Problem haben. Die Parteimitgliedschaft sollte doch – im richtigen Lichte betrachtet – weder ein Argument für noch ein Argument gegen eine Kandidatin sein.

Nicht nachvollziehen vermag ich auch Ihre Anmerkung, dass wir es in der Hand hätten, ob „Gräben überwunden oder vertieft werden“; es bestehe doch „kein Interesse an einem vorgezogenen Kommunalwahlkampf“. Letzterem ist zweifelsohne in vollem Umfang zuzustimmen. Erlauben Sie mir jedoch – bei allem Respekt vor Ihrem zukünftigen Amt – eine Feststellung: Die Wertung, die Entscheidung der CDU- Fraktion sei eine „Kampfansage“, kam nicht von mir oder sonst irgend jemanden aus der CDU Fraktion, sondern von Ihnen in einem Interview des Trierischen Volksfreundes. Nichts liegt mir oder einem anderen Mitglied meiner Fraktion ferner, als Ihnen „den Kampf anzusagen“. Ich respektiere vielmehr den Auftrag, den die Wähler ihnen übertragen haben, in vollem Umfang und werde dies auch zukünftig tun.

Ich bitte Sie jedoch auch herzlich darum, den Auftrag zu respektieren, den mir die Wählerinnen und Wähler im Jahre 2004 erteilt haben.

An einer vertrauensvollen Zusammenarbeit mit Ihnen im Interesse aller Bürgerinnen und Bürger unserer Heimatstadt bin ich sehr interessiert. Diese Zusammenarbeit kann meines Erachtens aber nur dann funktionieren, wenn sich jeder der Beteiligten an gewisse „Spielregeln“ hält, die gesetzlich vorgegeben sind.

Dazu gehört, dass sich jeder in dem Bereich bewegt, der ihm von der Gemeindeordnung zugewiesen ist. Die Frage, wer als Beigeordnete zu wählen ist, ist dabei eindeutig den einzelnen Ratsmitgliedern übertragen worden. Der Gesetzgeber hat sich dazu entschlossen, dem Oberbürgermeister in dieser Frage noch nicht einmal ein Stimmrecht einzuräumen. ..

In diesem Sinne bitte Sie ehrlich und herzlich darum, uns den Entscheidungsspielraum, der uns Ratsmitgliedern nun einmal eingeräumt worden ist, zuzugestehen und damit nicht die Frage der künftigen Kooperation zu verknüpfen.

Zu einer guten Zusammenarbeit gehört in einer Demokratie auch, dass man in bestimmten Fragen unterschiedlicher Auffassung sein kann. Ich bitte Sie daher inständig darum, nicht jede Differenz in Sach- oder Personalfragen als Affront gegen Sie oder gar „Kampfansage“ zu werten.

In diesem Sinne werbe ich um Verständnis für meine Entscheidung zugunsten von Frau Kaes-Torchiani, die meiner festen Überzeugung nach im Vergleich die bessere und geeignetere Kandidatin für dieses anspruchsvolle Amt ist. Nach wie vor hoffe ich auf eine künftige konstruktive Zusammenarbeit mit Ihnen, gerade im Bereich „Bauen/Planen/Verkehr“.

Die von Ihnen angesprochene Politikverdrossenheit wird meines Erachtens entstehen, wenn diese Zusammenarbeit nicht funktionieren wird. Dazu wird aber auch gehören, dass wir wechselseitig die Meinung des anderen respektieren.

Mit freundlichen Grüßen


Thomas Albrecht

Über Thomas Albrecht

Mitglied des Trierer Stadtrates.
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20 Antworten zu Ein Brief von Klaus Jensen

  1. Jim Klitsch sagt:

    Warum Sie hier einen an Sie persönlich adressierten Brief von Herrn Jensen veröffentlichen, kann ich nicht nachvollziehen, für mich ein Vertrauensbruch.
    Ansosnten haben beide Seiten ihre Argumente dargelegt und das ist so zu akzeptieren.

  2. Thomas Albrecht sagt:

    @ Jim Klitsch
    Es handelt sich um keinen persönlichen oder gar vertraulichen Brief (ein solchen hätte ich selbstverständlich niemals veröffentlicht), sondern um ein Schreiben, das im gleichen Wortlaut an zahlreiche Ratsmitglieder (jedenfalls alle(!) CDU Ratsmitglieder – bei mir steht das Telefon nicht still) gegangen ist.
    Ich habe zunächst überlegt zu schreiben, Herr Jensen hat mich angeschrieben, ich vertrete dazu folgende Meinung…Das erschien mir jedoch unfair zu sein.
    Deshalb habe ich die Argumente von Herrn Jensen und meine Argumente offen gegenübergestellt. So kann sich die Öffentlichkeit ein Bild machen.
    Es handelt sich zudem um einen – jedenfalls meiner Meinung nach – äußerst bemerkenswerten Vorgang: Ein Oberbürgermeister versucht Ratsmitglieder in ihrer Entscheidungsfindung zu beeinflussen und auf sie hinzuwirken, in einer Stadtratssitzung eine ganz bestimmte Wahlentscheidung zu treffen. Das hat es – meins Wissens jedenfalls – bisher in der Trierer Kommunalpolitik so noch nicht gegeben. Dass ich nicht missverstanden werden: Ich halte dies für legitim, meine jedoch, dass hierüber dann auch offen informiert werden muss.
    Es geht mir hier um Transparenz in der Kommunalpolitik, die ja von so vielen immer wieder eingefordert wird. Da das Thema in der Öffentlichkeit diskutiert wird, hat die Öffentlichkeit meines Erachtens auch einen Anspruch darauf, über die Vorgänge, die letztlich zur Entscheidungsfindung beitragen, informiert zu werden.
    Hier gibt es Gelegenheit, darüber öffentlich zu diskutieren.

  3. tetrapanax sagt:

    “ Ich bitte Sie jedoch auch herzlich darum, den Auftrag zu respektieren, den mir die Wählerinnen und Wähler im Jahre 2004 erteilt haben.“

    Wenn ein Kunde mich beauftragt, eine Planung für ein Projekt zu erarbeiten, sich die Wünsche des Kunden aber während der laufenden Planung ändern, kann ich als Planer leider nicht hingehen und sagen:
    „Du hast mir aber den Auftrag gegeben, genau nach den abgesprochenen Vorgaben zu planen, also ziehe ich das durch:“
    Der Kunde würde mir die Pläne um die Ohren hauen und sich jemand anders zur Umsetzung seiner Vorstellungen suchen. Für mich gehört gehören Änderungen zum Planungsprozess dazu. Sollten sie allerdings kurz vor dem Projektabschluß auftauchen, kann ich aber auch sehr grantig werden und werde dies saftig berechnen 😉

    Es ist völlig legitim, wenn Du Frau Torchiani als die bessere Wahl ansiehst. Aber lügen wir uns nix in die Tasche: Bei Personalfragen spielen nicht nur die Qualifikationen eine Rolle, sondern auch die Symphathie und der „Stallgeruch“. Das ist so in der Wirtschaft, und in der Politik vielleicht sogar noch deutlich verstärkt so. Von daher ist diese Personalentscheidung eben doch eine Entscheidung, bei der die politischen Präferenzen eine Rolle spielen.

    M. E. lügt jeder, der von einer reinen Entscheidung aufgrund von Qualifikationen spricht, sich und anderen in die Tasche.

  4. Binnenschiffer sagt:

    Hallo zusammen!

    Welch – gruseliges – Demokratie-Verständnis haben eigentlich Herr Jensen und seine Anhänger? Gut, er hat die OB-Wahl (eine Personenwahl zwichen geradae einmal 2 Alternativen….) gewonnen. Ungeteilte Anerkennung.

    Aber mit welchem Recht leitet er eine Legitimation ab, von anderen demokratisch gewähten und ebenso vom gleichen Bürgerwillen legitimierten Gremien etwas „abzuverlangen“. Das ist doch genau das gleiche Verhalten, was sie/er Schröer & Co. immer vorgeworfen haben. Offenbar macht Jensen nichts anders, hat dafür aber ein etwas wabbelig-sozialpädgogischeres Vokabular parat (Ein neuer Politikstil…blablabla)
    Fazit: Nichts hat sich geändert – das gleich Machtpoker-Spiel ist geblieben, nur die Farben und Namen der Protagonisten haben sich geändert. Oder mit einem Wort: OB-Wahl-Volksverdummung!

  5. Jim Klitsch sagt:

    @Herr Albrecht
    Da der Brief an Sie adressiert ist, nicht an Sie als CDU-Sprecher, ist es in meinen Augen ein persönlicher Brief. Hier kann jeder anderer Meinung sein.

    Zitat: „Es geht mir hier um Transparenz in der Kommunalpolitik, die ja von so vielen immer wieder eingefordert wird.“

    Sehr löblich, dass hier etwas geschieht, hoffentlich ist das von Dauer.

    Zitat: „Ein Oberbürgermeister versucht Ratsmitglieder in ihrer Entscheidungsfindung zu beeinflussen und auf sie hinzuwirken“

    Also genau das, was innerhalb der Fraktionen auch geschieht, oder?
    Bitte versuchen Sie jetzt nicht zu erläutern, dass die Stadtratsmitglieder in ihrem Abstimmverhalten völlig frei sind, denn wie tetrapanax so schön gesagt hat: lügen wir uns nix in die Tasche!

  6. Moseljupp sagt:

    @Jim Klitsch

    Link-Tipp:
    http://www.piwinger.de/aktuell/geruechte.html

    Die Gerüchte-Triade

    Auslöser / Initiator: Bleibt in der Regel anonym; hat ein Interesse daran, eine bestimmte Information öffentlich zu machen.

    Publikum: Greift das Gerücht auf und erzählt es „verschwörerisch“, oft lustvoll, weiter

    Betroffener: Wird in der Regel davon überrascht, reagiert oft verärgert und ungehalten und bringt sich hierdurch noch stärker in die Bredouille und in Erklärungsnot.

    Je weiter sich ein Gerücht von seinem Ursprung entfernt, desto mehr wird hineingedichtet. Zugleich wird es gewissermaßen anonymisiert. Der Absender bleibt unentdeckt und hat ein großes Interesse daran, es auch danach zu bleiben. Der Gerüchteerzähler beruft sich auf niemanden Bestimmtes, sondern „auf alle“. Doch wer sind „alle“, wer „jedermann“? Wie in Gottesnamen soll man den Urheber herausfinden, wenn sich jemand auf ein „On-dit“ bezieht, er fragt: „Haben sie schon gehört, dass …?“ oder beiläufig den Satz fallen lässt: „Darüber wird jetzt überall gesprochen.“ Klatsch & Tratsch sind die kleine Münze des Gerüchts, zugleich aber auch immer ihr Bestandteil. Man kann ein Gerücht auch als eine besondere Form der Klatscherzählung bezeichnen. Doch während im Klatsch immer „über“ Jemanden (und in dessen Abwesenheit) gesprochen wird, wird in der Gerüchteerzählung immer „von“ etwas oder von Jemanden gesprochen. Das macht den kleinen Unterschied aus.

  7. Peter Musti sagt:

    Das ist schon ein starkes Stück, das der zukünftige OB da abliefert! Bei seiner Beurteilung der Frau Torchani stelle ich mir eine zukünftige Zusammenarbeit sehr reizvoll (in des Wortes genauer Bedeutung) vor! Absicht von Jensen? Wie dem auch sei, den Unsinn, den Wählerwillen zu bemühen, sollte die OB-Fraktion tunlichst beenden. Noch ein Wort zur TV-Redaktion. Zumindest die Redakteure, die sich hier im blog zu dieser Sache zu Wort melden, werte ich als OB-Fraktion! Schöne Aussichten auf die zukünftige Berichterstattung über die Lokalpolitik. Kohlers Zeiten lassen grüssen!

  8. Peter Musti sagt:

    @ tetrapanax
    Der Kunde hat sich noch nicht zu Wort gemeldet! Aus rechtlichen Gründen kann er das erst in zwei Jahren wieder tun. Übrigens wußte er das, als er den Auftrag erteilte ( siehe unter AGB). Ob das jetzt so richtig mit der Erteilung eines anderen Auftrages zusammenpasst wird er (der Kunde) wohl mit ins Kalkül gezogen haben.

  9. noname sagt:

    Zunächst einmal zum nachfolgeneden Blog von „Albrechts Blog: Ein Brief von Klaus Jensen

    „Verletzung des Briefgeheimnisses“ Hierzu ist der Paragraph § 202 StGB sehr eindeutig, er verbietet es, verschlossene Briefe oder Schriftstücke zu öffnen oder zu lesen, wenn diese nicht zu seiner Kenntnis bestimmt sind. Im Gegensatz zu § 184 StGB fehlt hier ein Verweis in § 11 Abs.3 StGB, der Schriftstücke und Daten gleichstellt. Eine Verletzung des Briefgeheimnisses durch unbefugtes Lesen von e-Mails ist also nicht möglich, da e-Mails nicht von § 202 StGB umfasst sind.

    Kriminalität bzw. Hackertum leisten Ihr übriges dazu. Doch sollte Politik nicht transparent sein und die Akteure auch hinter verschlossenen Türen moralisch Handeln und Argumentieren?

    Doch Moral im Sinne des sokrateschen Eids und der Moralvorstellungen, sind in den meisten Schichten der Gesellschaft fast nicht mehr präsent. Es wird für die Menschheit immer schwieriger – von der jüngeren Generation ganz zu schweigen – sich an vernünftige moralische Grundsätze zu halten, ohne lächerlich gemacht oder getadelt zu werden. Individuen von hoher Moral und Integrität werden sich oft in der Situation wiederfinden, auf das Niveau der restlichen Gruppe hinuntergedrückt zu werden. Dies gilt besonders seit den sechziger Jahren, als die psychiatrische und psychologische Intervention mit Hilfe staatlicher Subventionen stark zunahm.

    Was passiert an den Orten, wo Moral vorgelebt werden sollte?

    Der sokratesche Eid, den auch Pädoagogen ud Lehrer ablegen verpflichtet Sie zu:

    1. so gut ich kann, selbst vorzuleben, wie man mit den Schwierigkeiten, den Anfechtungen und Chancen unserer Welt und mit den eigenen immer begrenzten Gaben, mit der eigenen immer gegebenen Schuld zurechtzukommen;
    2. nach meinen Kräften dafür zu sorgen, dass die kommende Generation eine Welt vorfindet, in der es sich zu leben lohnt und in der die ererbten Lasten und Schwierigkeiten nicht deren Ideen, Hoffnungen und Kräfte erdrücken;
    3. meine Überzeugungen und Taten öffentlich zu begründen, mich der Kritik -insbesondere der Betroffenen und Sachkundigen- auszusetzen, meine Urteile gewissenhaft zu prüfen.
    4. mich dann jedoch allen Personen und Verhältnissen zu widersetzen -dem Druck der öffentlichen Meinung, dem Verbandsinteresse, dem Beamtenstatus, der Dienstvorschrift, wenn sie meine hier bekundeten Vorsätze behindern.
    Zu finden ist eine solche Geisteshaltung nur noch selten. Sie weicht persönlichen und auch sogenanten Sachzwängen.
    Die Ehe oder die nicht eheliche Partnerschaft ist heute nicht mehr so sehr belastet mit Moral.
    Wenn etwas -klemmt- so muß ich um der persönlichen Willen nicht mehr darum kämpfen diese Situation auch zu Ungunsten meiner Vorstellungen zu bereinigen. Konsumgesellschaft!

    Die Familie ist die Keimzelle der Gesellschaft!?

    „…………. Aussage ist, dass doch durch Trennungen od. oder Scheidung der Eltern betroffene Kinder, auch bei einer sogenannten „guten Scheidung“, d.h. ohne größere, andauernde Konflikte nach der Trennung und regelmässigem, fortgesetzen Kontakt zu beiden Elternteilen, ihr ganzes Leben lang erheblich belastet sind, anders als selbst Kinder aus einer zwar unglücklichen, aber nicht besonders konfliktreichen, intakt gebliebenen Verbindung. …..
    -Elizabeth Marquardt:
    Between Two Worlds. The Inner Lives of Children of Divorce. Based on a pioneering new national study.-„

    Die Moral liegt heute nicht mehr innerhalb der Übereinkunft einer Mehrheit der Gesellschaft. Jeder Einzelne prüft seine Moral auf Bequemlichkeit und handelt dann interessenhalber, situativ danach. Die Pluralität hat im Groben eine Grenze erreicht, die sich nicht mehr auf gegenseitige Wertvorstellungen stützen kann.

  10. Jim Klitsch sagt:

    @Moseljupp: Etwas genauer erklären was Du willst. Oder willst Du überhaupt was?

  11. augur sagt:

    @

    Bereits wieder alles vergessen? Aus ihrem Blogeintrag vom 07.01.07:

    „(…) Nach der Rede seines Vorgängers geht es selbstbewusst durch die Reihen und begrüßt jeden Gast mit einem kurzen „Small-Talk“. Ich bin da, der Neue. Demonstrativ nimmt er Ulrich Holkenbrink bei der Begrüßung in den Arm und verdeutlicht damit, dass die Zeiten der Auseinandersetzung vorbei sind. Jetzt muss gemeinsam für Trier gearbeitet werden, heißt die Botschaft, der sich auch CDU Fraktionsvorsitzender Berti Adams angeschlossen hat und als einer der ersten Jensen begrüßt hatte. Alle spüren es: Eine neue Ära ist angebrochen, das Jahr 2007 beginnt, der Zeiger der Uhr von Triers Geschichte hat sich weiter bewegt. (…)“

    Dreht sich die Uhr für Trier nicht wieder zurück?

  12. Thomas Albrecht sagt:

    @augur
    Wer hat was vergessen, könnte ich antworten. Ich habe damals versucht, eine existierende Stimmung zu beschreiben. Was ist nun von dieser Stimmung übrig geblieben? Zurzeit fühle ich mich wieder in die Zeiten des Wahlkampfes zurückversetzt! Das bedauere ich außerordentlich!
    Ich will mich nicht wiederholen, meine Auffassung habe ich in dem Antwortschrieben an Herrn Jensen ausführlich dargelegt. Ich mache doch nur – wie andere Ratskolleginnen und -kollegen auch – von meinem – in der Gemeindeordnung – Recht Gebrauch, mich für die Person zu entscheiden, die ich für die richtige halte. Das wird jetzt – zunächst von den Grünen, Herrn Dahm, der diesen Wort zum ersten Mal gebraucht hat – als „Kampfansage“ gewertet, ein Wort das der künftige Oberbürgermeister wieder aufgegriffen hat. Mir ist nicht nach „Kampf“, auch nicht nach Wahlkampf. Wir habe jetzt eine wahlkampffreie Zeit, die wir eigentlich zum Wohle der Trierer nutzen sollten!
    Der Oberbürgermeister hat sich bis dato IMMER aus der Diskussion über die Besetzung von Dezernentenposten herausgehalten. Eine Stellungnahme von Herrn Schröer zur letzten Wahl des Baudezernenten oder des Vorgängers von Herrn Holkenbrink werden sie nicht finden. Es war – so wie die Gemeindeordnung es vorsieht – Sache der Fraktionen. Was DAS jetzt der neue Politikstil sei soll, bin ich jedenfalls tief enttäuscht. Jetzt dreht sich in der tat für mich auch wieder „die Uhr zurück“. Aber „zu spät“ ist es noch nicht. Es wird Zeit, dass wir wieder über Sachpolitik reden!

  13. cdu fraktionsmitglieder in trier scheinen sich exakt so zu verhalten, wie sich auch wittlicher cdu fraktionsmitglieder bis zur kommunalwahl 2004 verhalten haben: immer partei-/fraktionspolitisch treu ergeben und mit scheuklappen vor den augen!! neue mitglieder (so wie in wittlich nach der wahl 2004), die auch mal abseits der partei-/fraktionslinie agieren und argumentieren, werden schnell wieder von den alten parteisoldaten eingefangen.

    „Frau Kaes-Torchiani habe während ihrer Zeit als Amtsleiterin in Wittlich bei ihren Planungsentscheidungen zu sehr auf Umweltgesichtspunkte Rücksicht genommen und dabei Interessen der Wirtschaft vernachlässigt“, schreiben sie, herr albrecht. das ist mir neu! und ich saß von 1989 bis 1999 im wittlicher stadtrat. sie sollten nochmals bei ihren informanten nachhören, rät saeubrenner.

  14. Thomas Albrecht sagt:

    @Hans-Joerg Krames
    Jeder sieht die Angelegenheit wohl aus seinem Blickwinkel, Sie aus dem „grünen“, ich aus meinem. Wir können uns jetzt lange darüber streiten, wer die „Scheuklappen“ hat. Ich denke, das ist nicht weiter führend. Statt einer eigenen Antwort zitiere ich einmal aus einem Leserbrief von Meinhard Lentz, Trier, den ich gerade im „Volksfreund.de“ entdeckt habe:

    Gerade von einem Oberbürgermeister, der wie Herr Jensen als unabhängiger Kandidat aufgetreten ist, darf man erwarten, dass er das eigenständige Mandat des Kommunalparlaments respektiert und auch mit einer Mehrheit zurechtkommt, die ihm nicht gerade ans Herz gewachsen ist – zumal, wenn auch Wähler dieser Mehrheit zu seinen eigenen Mehrheitsbeschaffern gehört haben, wie es in Trier offenkundig ist.
    Doch jetzt, wo es um die Wahl zwischen den beiden Bewerberinnen um das Baudezernat geht, die von 42 übrig geblieben sind, reagiert er empört auf die Wahlabsichten der Stadtratsmehrheit. Und wider allen Grundsätzen der repräsentativen Demokratie tut er so, als habe seine Wahl zum OB den Mandatsträgern des Stadtrates ein imperatives Mandat erteilt. Die Generalprobe auf die Unabhängigkeit des OB Jensen nach dem Motto: „Augen links! Alles hört auf mein Kommando!“ ist schief gegangen. Für die Zukunft kann man dem neuen OB nur raten: rotgrüne Parteibrille absetzen! Zurück zur Unabhängigkeit!

  15. Thomas Albrecht sagt:

    @Hans-Joerg Krames
    Jeder sieht die Angelegenheit wohl aus seinem Blickwinkel, Sie aus dem „grünen“, ich aus meinem. Wir können uns jetzt lange darüber streiten, wer die „Scheuklappen“ hat. Ich denke, das ist nicht weiter führend. Statt einer eigenen Antwort zitiere ich einmal aus einem Leserbrief von Meinhard Lentz, Trier, den ich gerade im „Volksfreund.de“ entdeckt habe:

    Gerade von einem Oberbürgermeister, der wie Herr Jensen als unabhängiger Kandidat aufgetreten ist, darf man erwarten, dass er das eigenständige Mandat des Kommunalparlaments respektiert und auch mit einer Mehrheit zurechtkommt, die ihm nicht gerade ans Herz gewachsen ist – zumal, wenn auch Wähler dieser Mehrheit zu seinen eigenen Mehrheitsbeschaffern gehört haben, wie es in Trier offenkundig ist.
    Doch jetzt, wo es um die Wahl zwischen den beiden Bewerberinnen um das Baudezernat geht, die von 42 übrig geblieben sind, reagiert er empört auf die Wahlabsichten der Stadtratsmehrheit. Und wider allen Grundsätzen der repräsentativen Demokratie tut er so, als habe seine Wahl zum OB den Mandatsträgern des Stadtrates ein imperatives Mandat erteilt. Die Generalprobe auf die Unabhängigkeit des OB Jensen nach dem Motto: „Augen links! Alles hört auf mein Kommando!“ ist schief gegangen. Für die Zukunft kann man dem neuen OB nur raten: rotgrüne Parteibrille absetzen! Zurück zur Unabhängigkeit!

  16. @Thomas Albrecht: zum von Ihnen genannten „blickwinkel“: ich kenne frau Kaes-Torchiani und ihre wirken aus persönlichem erfahrungsblickwinkel. und das erfahrene hat gegenüber dem „hörensagen“ gewisse vorteile bei der bewertung. wie schreiben Sie in Ihrem brief an herrn Jensen:
    „In meinem Beruf habe ich es mir angewöhnt, meine Entscheidungen allein von konkreten, nachprüfbaren Tatsachen abhängig zu machen….“
    sie sollten ihre bereits gefasste „entscheidung“ für dienstag nochmals kritisch überdenken, rät saeubrenner.

  17. @Thomas Albrecht: achja, habe noch etwas vergeessen! wenn Sie sich heute noch die mühe machen sollten, bei Ihren parteifreunden in wittlich zu recherchieren, dann fragen sie beispielsweise einmal nach einem „großen projekt“ der vergangenen jahre, als frau Kaes-Torchiani noch im amt und würden war, nämlich dem konversionsgebiet. vielleicht hilft das beim nochmaligen kritischen überdenken. dies ist nur als ein beispiel aus jener zeit.

  18. IHK warnt vor Kandidatin Kaes-Torchiani!
    interessant

  19. clemens sagt:

    Bleib in Wittlich, Säubrenner und verbreite Deinen grünen Dung nicht in der Trierer Politik.
    Mich kotzt es an, die guten Einträge von Herrn Albrecht lesen zu wollen und immer Deinen Unrat dazwischen zu finden!

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