Gesetz gegen das Vergessen?

Zu Recht weist der rheinland-pfälzische Datenschutzbebeauftrage Wagner auf die Gefahren hin, die für die persönlichen Daten im Internet lauern (siehe TV von heute).
Mit großem Erstaunen muss ich aber das von ihm empfohlene Rezept gegen diese Gefahr zur Kenntnis nehmen.

„Ein Gesetz, durch das das Speichern von Daten beschränkt wird, muss her!“ fordert er.
Mit gleicher Berechtigung könnte man auch versuchen, die Grippe per Gesetz streng zu verbieten.
Ein Datenschutzbeauftragter sollte doch so viele Grundkenntnisse über das Internet haben, um zu wissen, dass ein solches Gesetz, sollte es in Deutschland tatsächlich beschlossen werden, völlig wirkungslos wäre.
Dem Internet als weltumspannender Zusammenschluss von Computern lässt sich per Gesetz das „Vergessen“ nicht verordnen. Wie denn? Es gibt auf der ganzen Welt verstreut Server, die Daten auswerten und speichern. Ob Herr Wagner zum Beispiel schon einmal die Seite www.archive.org besucht hat?

Gegen den Missbrauch persönlicher Daten hilft allein das Wissen über die Gefahren.
Warum ist die Unterrichtung über das Internet nicht schon längst Pflicht in allen Schulen?
Warum werden nicht alle schon von Kind auf an, besser darüber aufgeklärt, welche Gefahren im Internet lauern, nicht auch zuletzt dann, wenn persönliche Daten eingegeben werden.

Jeder muss doch wissen, dass beispielsweise jemand ein Gewinnspiel aus bloßer Nächstenliebe veranstaltet. jeder, der solche Angebote macht, will damit etwas erlangen: bestenfalls die persönlichen Daten, um sie zu Werbezwecken zu (miss)gebrauchen, schlimmstenfalls, um an das Geld des Betreffenden zu gelangen. Beispielsweise, indem er auf die Naivität der Nutzer setzt, die vielleicht den dezenten Hinweis am unteren Rand des Bildschirms übersehen, dass mit Absenden der Daten ein Abo-Vertrag über nutz- und wertlose Dienstleistungen abzuschließen. Das böse Erwachen kommt dann erst später, wenn irgendwelchen dubiosen Mahnungen von ebenso dubiosen Firmen versandt werden.

Jeder, der eine Homepage betreibt, muss sich darüber im klaren sein, dass die persönlichen Informationen oder auch Bilder, die er veröffentlicht, damit jedem Internet-Nutzer auf der ganzen Welt zugänglich macht und die Verwendung ermöglicht.
Auch hier gilt also mal wieder: Nicht immer neue Gesetze fordern. Geeignete Maßnahmen müssen ergriffen werden! Aufklärung tut Not!

Über Thomas Albrecht

Mitglied des Trierer Stadtrates.
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