Service Unternehmen Telekom

Ich ahnte schon nichts Gutes, als bei uns plötzlich die Stadtwerke mit einem großen Bagger auftauchten und die Straße aufgruben. Aber es musste sein: Eine Gasleitung war undicht. Also buddelte man fleißig. Wir hatten noch Glück, dass man unseren Garten nicht aufgraben musste. Beim Mittagessen war’s dann passiert: Nein, es gab zum Glück keine Gasexplosionen, obwohl dies in Anbetracht des durchdringenden Gasgeruchs zunächst meine größte Sorge war. Das Telefon lief plötzlich nicht mehr. Ich rief mit meinem Handy gleich bei der Störungsstelle an. Was heißt Störungsstelle: So etwas gibt es bei der Telekom gar nicht mehr, ist jedenfalls nicht im Telefonbuch verzeichnet! Im Telefonbuch gibt es nur eine so genannte „Hotline“, die nicht sonderlich weiterhilft. Im Internet findet man da schon mehr, aber auch sehr verwirrende Informationen. Das Beste ist die Störungsmeldung „online“, die besonders praktisch ist, wenn aufgrund einer Kabelstörung auch das Internet nicht mehr funktioniert.
Ich rief also an und musste ich mich zunächst durch einen Sprachcomputer quälen. Ich musste DEUTLICH das Wort „Störung“ sagen und dem Computer meine Telefonnummer 
l a n g s a m durchgeben, bis er sie verstand. Ein wenig kam ich mir dabei vor wie bei einem Gag von „Wetten Dass „. Nachdem ich diesen Härte-Test bestanden hatte, wurde ich endlich mit einem sehr freundlichen Service-Mitarbeiter verbunden. Er fragte mich zunächst nach meiner Telefonnummer, dann nach meinem Anliegen. Meine Vermutung, dass der Telefonausfall auf die Grabungsarbeiten vor der Haustür zurückzuführen sein könnte, wollte er nicht gelten lassen. Er vermutete einen Fehler in meiner Telefonanlage und ließ mich fleißig Stecker herausziehen und wieder einstecken, Leitungen trennen und wieder zusammenführen. Nachdem wir das so eine Weile gespielt hatten (alles auf Kosten meiner Handyrechnung), stellte der freundliche Mann fest, dass es doch nicht an der Anlage liegen könnte. Es müsse ein Mitarbeiter vorbeikommen.
Es kam jedoch kein Mitarbeiter der Telekom. Meine Frau, die inzwischen herausgefunden hatte, dass auch einige Nachbarn betroffen waren, wurde langsam sauer. Sie dachte auch an die nächste Handy-Rechnung, da sie alle Anrufe über Mobiltelefon abwickeln musste
Äußerst ärgerliche ist vor allem, dass es bei der Telekom keinen unmittelbaren Ansprechpartner gibt. Man wird – wenn man Glück hat – mit einem Call-Center verbunden, das jedoch keine konkreten Auskünfte erteilt.
Erst gegen Mittag rief der freundliche Mann von der Telekom an und druckste ziemlich herum. Er meinte, wir könnten in absehbarer Zeit nicht damit rechnen, dass jemand vorbeikäme, weil es da so gewisse Gründe gäbe und so…? – ohne jedoch den richtigen Grund nennen zu wollen. Dieser war dann einer Ticker-Meldung bei „Volksfreund.de“ zu entnehmen: Offenbar befinden sich die Telekom Mitarbeiter im Streik. Okay, gegen ein Streik kann man nichts machen, aber ich frage mich wirklich warum das Service-Unternehmen Telekom nicht gleich diese Auskunft erteilt hat. Eine kleine Ansage vom Band hätte doch genügt. Warum gibt es im Telefonbuch nicht mehr eine Nummer, die man im Fall einer Störung anrufen kann? Das wäre doch von einem modernen Unternehmen, das sich die Telekommunikation beschäftigt, zu erwarten gewesen. So hinterlässt die Telekom jedenfalls auf mich nicht den Eindruck eines modernen, kundenorientierten Service-Unternehmens.

Über Thomas Albrecht

Mitglied des Trierer Stadtrates.
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten zu Service Unternehmen Telekom

  1. miaspheria sagt:

    Bei mir steht die Nummer im Telefonbuch: 0800-3302000, unter Service –> Kundendienst. Ich habe auch schon öfters dort angerufen, aber immer wegen des Internets. Diese Nummer hat’s inzwischen auch schon an die Pinnwand in der Küche geschafft, denn so oft wie da irgendwas nicht oder nicht richtig funktioniert, kann man sich die echt schon rausschreiben.

  2. Tron sagt:

    Interessant, dass man für den Erhalt von Arbeitsplätzen streikt und dadurch sehr viele Kunden vertreibt.

    Letztes Jahr brauchte man bei mir auch 2 Wochen um eine TAE-Dose zu installieren. Trotz vereinbarter Termine fand man es nicht für nötig, mir zumindest abzusagen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.