Trauer um Jürgen Klein

Am Samstag, 4.1.2014 verstarb plötzlich und unerwartet Jürgen Klein:

Meine letzten Worte an einen Freund:

Jürgen KleinLieber Jürgen,

ein treuer Freund, eine Seele von Mensch, bist Du gewesen und viel zu früh bist von uns gegangen.

Ich weiß gar nicht, wann wir uns kennengelernt haben. Es ist jedenfalls über 25 Jahre her, Anfang der 90er Jahre, zu einer Zeit, als ich noch Vorsitzender des Trierer FDP Kreisverbandes war. Du bist damals zu dieser Partei gekommen, weil Du Dich politisch engagieren wolltest. Später hast Du Dich dann – wie ich – umorientiert.

Ja, ehrenamtlich engagieren wolltest Du Dich neben Deinem Beruf als Beamter der Justizvollzugsanstalt. Ein Beruf, der uns natürlich zusätzlich miteinander verband: Du warst teilweise für die Personen verantwortlich, die ich dorthin schicken musste.

Doch die richtige, feste Freundschaft entwickelte sich, als meine Frau Jutta und ich uns 1995/96 entschlossen, Karnevalsprinzenpaar zu werden.

Wir suchten noch einen Fahrer, der zuverlässig und seriös sein musste. Und Du hast Dich spontan bereit erklärt, diesen Part zu übernehmen und dafür Deinen Jahresurlaub zu opfern.

Es war eine aufregende, turbulente und erlebnisreiche Zeit.

Mit deiner unerschütterlichen Ruhe und Gelassenheit hast Du dafür gesorgt, dass alle Auftritte reibungslos geklappt haben. Und das Wichtigste: Auf Dich konnte man sich immer 100prozentig verlassen.

Wer hätte damals geahnt, dass Du Dich mit dem „Karnevalsvirus“ infiziert hattest.

Du warst von dieser Aufgabe so angetan, dass Du auch in den kommenden Jahren noch viele andere Prinzessinnen und Prinzen als Fahrer begleitet und Ihnen allen bis letztes Jahr zum „ruhenden Pol“  geworden bist. Du wurdest sozusagen zu einer festen Trierer karnevalistischen Institution.

Am 21.2.2006 schrieb der Trierische Volksfreund über Dich:

„Wenn die Narren feiern, macht einer von ihnen Extratouren: Zum Karneval nimmt sich Jürgen Klein Urlaub, setzt sich ins Auto – und sorgt für das pünktliche Erscheinen der Trierer Prinzenpaare bei Hunderten Auftritten pro Session. Der „Helm“, die Narrenkappe, liegt bereits im Ablagefach der Fahrertür. Dann noch den schwarzen Anzug angezogen und die rote Fliege zurechtgerückt, und schon ist Jürgen Klein bereit für die Straße.  Seit zehn Jahren opfert der heute 53-Jährige einen nicht unerheblichen Teil seines Jahresurlaubs, um in der Karnevalssaison das Prinzenpaar der Stadt samt Gefolge – Chefadjutant und drei Hofdamen – von einem hoheitlichem Termin zum anderen zu kutschieren.“

Auch in den folgenden Jahren hast Du dieses ehrenamtliche Engagement weiter ausgeübt.

Unsere Freundschaft blieb über alle die Jahre bestehen, wenngleich wir uns auch nicht mehr ganz so oft gesehen haben.

Jedenfalls bist Du regelmäßig bei Jutta vorbeigekommen und hast mit ihr bei einer Tasse Kaffee die Neuigkeiten ausgetauscht. Wenn Du dienstlich bei der Staatsanwaltschaft warst, hast Du oft bei mir vorbeigesehen.

Es war kein leichter Beruf, den Du Dir ausgesucht hast: Es belastet die Psyche sehr, mehr als andere glauben, wenn man beruflich im Gefängnis tätig sein muss.

Du hast Dich deshalb sehr auf deinen Ruhestand gefreut. Leider hast Du ihn nur sehr kurze Zeit genießen können. Viel zu kurz!

Felsenfest standest Du im Leben. Du warst durch nichts zu erschüttern, dachten die, die Dich nicht alle Facetten von Dir  kannten. Andere wussten von Deiner tiefen Sensibilität, die in Dir ruhte. 

Vor ein paar Wochen hast Du mich unter einer fremden Rufnummer angerufen: Es sei nicht Beunruhigendes, Du seist wegen Herzproblemen in der Reha. Alles sei OK.

Wie wir heute wissen, war dies leider nicht der Fall!

Eine Deiner Leidenschaften war die Jagd. Im Wald, da wo Du immer Deinen inneren Frieden gefunden hast, hast Du am 4. Januar 2014 diese Erde für immer verlassen.

Wir werden Dich nicht vergessen und immer in lieber Erinnerung halten! Du wirst Jutta und mir fehlen!

Unser Mitgefühl gilt Deiner lieben Ehefrau Meggy und Deinem Sohn Nicolas mit Familie

Ruhe in Frieden, lieber Jürgen

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Ein treuer Freund, den man über Jahre kennt,

und eine Freundschaft, die man ehrlich nennt,

über die Zeit eine Selbstverständlichkeit ist,

deren wahre Größe man erst dann ermisst,

wenn man diesen Freund verliert,

und schmerzerfüllt tiefe Leere spürt.

 

(Thomas Albrecht – 2014)

Über Thomas Albrecht

Mitglied des Trierer Stadtrates.
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2 Kommentare zu Trauer um Jürgen Klein

  1. Nicolas sagt:

    Liebe Jutta, Lieber Thomas,

    ich möchte mich von ganzem Herzen bei Euch für diesen wunderschönen Text über meinen Vater bedanken. Mir stehen die Tränen in den Augen und ich kann ihn kaum lesen.

    Danke Danke Danke

    Nicolas

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