Nationalismus – die süße tödliche Droge

Wir denken an den Ausbruch des des 1. Weltkrieges vor 100 Jahren. Doch Lehren wollen wir daraus offenbar nicht ziehen. Aggressiver Nationalismus, darin sind sind die Historiker einig: Das war die Ursache für dieses schrecklichen Krieges, der 10 Millionen Menschen das Leben gekostet hat, der noch viel mehr Millionen Menschen unvorstellbare Qualen und Leid gebracht macht.
14-04-22_Nells_ParkNein, der Mensch ist nicht bereit, Lehren zu ziehen. Nur kurze Zeit später gelingt es einem Despoten, die Welt in ein noch viel größeres Leid zu stürzen. Wiederum ist der Nationalismus der Hebel. mit dem  der grausame, menschenverachtende  Diktator die Menschheit in das Verderben stürzen kann.
Erst 19 Jahre ist der Bosnienkrieg vorbei.  Wieder hat in Europa der Nationalismus  hunderttausenden das Leben gekostet. Das Massaker von Srebrenica als besonders brutales Beispiel dafür, was Nationalismus anrichten kann: 800 Menschen wurden brutal ermordet, nur weil sie einer bestimmten Volksgruppe angehörten.
Der Appell an das Nationalgefühl wirkt wie eine Droge. Man fühlt sich gut, wenn man den Ruf erhört. Der Instinkt wird angesprochen. Schließlich ist uns der Trieb, die eigenen Gene, die der eigenen Art, weiterzugeben, seit der Urzeit einprogrammiert. Nur so war das Überleben der eigenen Gruppe zu sichern. Die Folge: Die Vernunft wurde abgeschaltet.
Und heute:  Nichts hat sich geändert.
Ukrainer, Russen, jeder sieht seine „nationalen Interessen“ in Gefahr. Wir fühlen uns durch die Russen bedroht, die Russen fühlen sich durch uns, den Westen,  bedroht. Begreift denn niemand mehr, wie irrsinnig das Ganze ist?
Doch haben schon etliche erfolgreich gezündelt, der Brand ist gelegt. Und wir müssen uns mit Sorge fragen, ob das Feuer wieder mit der Vernunft gelöscht werden kann.
   

Hier bin ich,
der eine
Ich bin gut,

Nicht alleine habe ich das geschafft
Mein Volk gab mir dazu die Kraft!

Allein‘ ich nichts wert bin,
nur mein Volk gibt meinem Leben Sinn

Mit ihm spreche ich die Sprache, die ich verstehe.
Die alten Sitten geben mir gewohnte Nähe

Mit Stolz ich auf die Taten der Vergangenheit
meines Volkes sehen kann.
Niemals wird geraten in Vergessenheit,
was WIR Großes hab’n getan.

Warum können nicht alle so sein wie wir?
Diese Frage gärt in mir!

Drum alle, die ihr anderes denkt und seid,
hab’t Obacht: im Ernstfall stehen wir stets bereit,

Da bist Du, 

                    der andere

 Du bist schlecht

Nicht Du alleine bist so schlecht,
es ist Dein Volk, das wird uns nicht  gerecht!

 Als Mensch allein könnt’  ich Dich tolerieren,
doch als Teil Deines Volkes kann ich Dich nicht akzeptieren

 Du sprichst mit denen eine Sprache, die niemand kennt,
Deine Sitten und Gebräuche sind mir völlig  fremd

 Mit Verachtung  die Untaten der Vergangenheit
Deines Volkes ich nur sehen kann!

Niemals wird geraten in Vergessenheit,
was ihr ander’n hab’t Schlimmes angetan!

 Warum verlangt ihr nur von uns, so zu sein so wie ihr?
Diese Frage quält mich so sehr!

 Und warum stellt ihr Drohungen uns gegenüber an?
Wir haben Euch doch nichts getan!

………

Doch WER bist Du – und WER bin ich?

Über Thomas Albrecht

Mitglied des Trierer Stadtrates.
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