Begegnung ist Bereicherung

„Die Kurden wären unbezwingbar, wenn sie einig wären“,
Helmuth Karl Bernhard von Moltke (1800–1891), preußischer Generalstabsoffizier, der als Militärberater in die Türkei entsandt worden war).

Kurden
Ich habe heute Abend in Gesellschaft von 14 Kurden – darunter sechs syrische Kinder und ihre Eltern sowie ein junges syrisches Ehepaar – hautnah erlebt, welch‘ ein Zusammengehörigkeitsgefühl dieses stolze kurdische Volk, das sich nichts so sehr wünscht wie einen eigenen Staat, auszeichnet.
Nach einer kurzen Stippvisite beim Benefizkonzert für Flüchtlinge im „Brunnenhof“ haben wir eine kleine „Tour d’horizon“ unternommen: Über den Hauptmarkt, am Dom vorbei – wo die Legende vom Domstein zum Besten gegeben wurde -, weiter durch den Palastgarten zum Viehmarkt, wo meine syrischen Freunde und mich (neben dem „Dinner in Weiß“) ganz besondere Menschen vor dem Ali Baba erwarteten: Mehmet Mehmet Kirisikoglu – bzw. Seho, wie er mit kurdischem Vornamen heißt – und seine äußerst freundlichen und umsichtigen Mitarbeiter, darunter Güllü Temizsoy. Sie hatten Plätze für uns reserviert und versorgten uns den ganzen Abend mit Essen und Trinken. Eine Gastfreundschaft, wie sie ihres Gleichen sucht!

Ich habe erlebt, wie Menschen, die sich heute Abend zum ersten Mal kennengelernt haben, sofort ein Zusammengehörigkeitsgefühl entwickelt haben: Der Kurde aus der Türkei und die Kurden aus Syrien. Sie vereint dieselbe Sprache, dieselbe Kultur, dasselbe Schicksal der Flucht, die Sehnsucht nach einem Staat, in dem sie in Ruhe leben dürfen.
Auch heute Abend war es wieder schön zu erleben – wie in Olewig auf dem Weinfest am Krönungsabend – dass ein paar Stunden Abwechslung vom Lageralltag in der Dasbachstraße den Kindern und ihren Eltern, sowie dem jungen Paar, das im Januar nächsten Jahres (bei noch ungewisser Zukunft) ein Kind erwartet, unbeschwerte Freude ins Gesicht zaubert.

Ich bin Mehmet Mehmet Kirisikoglu wirklich SEHR dankbar, dass er es ermöglicht hat, der Familie ALif Mohamed Bakr, der Familie von Bahzad Sharif und Rozana Zibar sowie Dijla Horan und Ferhad Shekko diesen Abend zu schenken.
Viel gelernt über die kurdische Geschichte habe ich an diesem Abend ebenfalls. Und schon zwei Wörter auf kurdisch (in deutscher Umschrift): „Spass“ (Danke schön) und „Rosch basch“ (Guten Tag).

Über Jutta Albrecht

Ehefrau von Thomas . Ebenfalls Mitglied des Stadtrates. Lehrerin und Historikerin.
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