Weniger Verkehrslärm in Trier

Eine Binsenweisheit: Lärm kann krank machen. Ein Lärmverursacher in den Städten: Das uns so ans Herz gewachsene Auto.  Je schneller es fährt, umso lauter ist es.  Deshalb geht es denjenigen, die gerne schnell vorankommen möchten, in letzer Zeit verstärkt an den Kragen. 

Tempo 30

Tempo 30 In Baden-Würtemberg mit permanenter Überwachung

Keine Frage, auch in Trier haben wir ein Verkehrslärmproblem. An einigen Durchfahrtsstraßen gehen die ständigen Durchfahrtsgeräusche den Anwohnern ganz gehörig an die Nerven.

Die Politik hat das Problem, auch EU-weit schon lange erkannt und Maßnahmen ergriffen. seit dem Jahre 2002 gibt es eine „Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates über die Bewertung und die Bekämpfung von Umgebungslärm”, die wiederum im Bundesimmissionsschutzgesetz in deutsches Recht umgesetzt wurde. 

Danach sollen durch die Kommunen so genannte Lärmaktionspläne aufgestellt werden, die die Lärmbelastung analysieren, bewerten und Maßnahmen zur Reduzierung empfehlen solle.

Erster Lärmaktionsplan: 2010

Im Oktober 2010 hat der Trierer Stadtrat die erste Stufe des Lärmaktionsplanes für unsere Stadt mit verschiedenen Maßnahmen gebilligt. Jetzt soll eine 2. Stufe beschlossen werden, die zurzeit in den Ortsbeiräten zur Diskussion liegt.

   Danach ist im Kern Folgendes vorgesehen:

Geplante neue Maßnahmen:

  • Ganztägige Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit in den Bereichen Saar- und Matthiasstraße, Paulinstraße und Metzelstraße / Zuckerberg / An der alten Synagoge auf 30 km/h

  • Überprüfung der Beibehaltung von Tempo 30 im Nachtzeitraum im Bereich der Bonner Straße nach Sanierung des Fahrbahnbelags

  • Errichtung von Schallschutzwänden in den Bereichen BAB 602 in Höhe der Ortslage Pfalzel, Zurmaiener Straße (B 49 i), Wilhelm-Leuschner-Straße (B49 h) und Auf der Steinrausch (B 49 d) [Diese Maßnahme ist teilweise umstritten, vor allem in Trier-Nord.

  • Schallschutzfensterprogramms in den Bereichen mit Überschreitung des Lärmpegels von 70 dB (A) tags und 60 dB (A) nachts

Im Herbst diesen Jahres soll dann der Stadtrat über die gesamte Vorlage entscheiden. Wen es interessiert: Die Vorlage im Wortlaut finden Sie hier -> Lärmaktionsplan 2. Stufe.

Meine Meinung:

Es ist wissenschaftlich zwischenzeitlich bewiesen, dass Lärm krank machen kann. Die Stadt tut also gut daran, endlich etwas dagegen zu unternehmen.

RadargerätSchon jetzt höre ich indes den Aufschrei des ein oder anderen Autofahrer ob des Tempolimits an der einen oder anderen Stelle in Trier. Diesen sei gesagt: Tatsächlich tritt eine Verlängerung der Fahrtzeit nicht ein, fährt man 30. Denn die Geschwindigkeitsreduzierung sorgt gleichzeitig für einen besseren Verkehrsfluss.

Wenn die Maßnahmen aber greifen sollen, wird das alleinige Aufstellen von Tempo-30 schildern nicht genügen. Das Tempolimit muss auch eingehalten werden, wenn es etwas bewirken soll. Und da würde nur eine permanente Geschwindigkeitsüberwachung helfen, so wie ich es in Baden-Württemberg beobachtet habe.
Doch alle, die jetzt aufschreien wollen, kann ich beruhigen: Der Stadt Trier werden für solche rigorosen Maßnahmen die notwendigen finanziellen Mittel fehlen, keine Sorge!

Über Thomas Albrecht

Mitglied des Trierer Stadtrates.
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2 Kommentare zu Weniger Verkehrslärm in Trier

  1. Hesse sagt:

    Als bedingter Anwohner der Moseluferstraße im Bereich Trier Süd in der Nähe der Feuerwehr Trier frage ich mich ob es dem Verkehrsfluss nützt, generell die Geschwindigkeit abzusenken. 30 km/h wäre zu den Hauptverkehrszeiten eine wünschenswerte Geschwindigkeit. Die restliche Zeit des Tages, vor allem während der späteren Abendstunden, ist man mit 50 km/h eher ein „stehendes“ Hindernis!
    Falls man die Rettungsdienst Stadt einwäts fahrend beobachtet, wird man nur selten feststellen, dass die Ampelkreuzung zur Hohenzollernstraße langsam überquert wird.
    Werden diesen im Falle des Falles lebenswichtige Minuten verlieren, falls eine Absenkung der Fahrgeschwindigkeit erfolgt?
    Vielleicht ist es unangenehm, dennoch nicht auszuschließen, dass Trier eine Entzerrung des Individualverkehres benötigt. Das betrifft nicht nur den Übergang von Außenbezirken Richtung Stadtkern, sondern das gesamte Verkehrskonzept Trier.
    Lärm, Abgase und Zeitverlust treten täglich auf und führen zum Verdruss nicht nur der Anwohnern wegen Staubildung:
    – Der Durchgangsverkehr hat immer noch keine Möglichkeit der Ampelsteuerungs-Falle Trier zu entgehen.
    – Die von außen anfahrenden Pendler erreichen ihre Arbeitsplätze nur mit Hindernissen und unter Zeitverlust.
    – Das Verlassen der Stadt ist ein Problem besonderer Art.
    Wer von der falschen Seite in der Stadt die zentralen Ampelanlangen am Moselufer ansteuert muss bis zu 45 Min. mehr einplanen, um Trier zu verlassen.
    * Das ist ein zu teurer Spaß, vor allem für die Natur! Trier verfügt nur über ein begrenztes Potential Frischluft zuzuführen.
    * Der tägliche Zeitverlust addiert sich zu einer nicht zumutbaren Abschwächung der Lebensqualität für alle Beteiligten.
    * Der Verlust von materiellen Strukturen wie Straßenverschleiß, Kraftstoff-Mehrverbaruch, Abnutzung der Kraftfahrzeuge, etc. kommt die Region teuer zu stehen.
    Verkehrslärm ist somit nicht nur mit dem rollenden KFZ, sondern zunehmend mit dem ständigen Wechsel zwischen anfahren, abbremsen, und im Stau stehen, verbunden.
    Um eine genauere Gesamtbelastung zu ermitteln ist nicht nur die Fahrzeugmenge sondern die Fließgeschwindigkeit des Gesamtverkehrs über den Tag verteilt zu kontinuierlich auszuwerten. Elektronisch dürfte diese Aufgaben gleichmäßig zu bewerkstelligen sein, ohne datenschutzrechtliche Strukturen zu berühren.

  2. Gudrun Herresthal sagt:

    Sicherlich lässt sich der Verkehrslärm durch, wenn auch erzwungene, Geschwindigkeitsbeschränkung reduzieren.Das nützt allerdings nichts, wenn dies nicht überwacht wird. Es gibt immer unbelehrbare Mitmenschen. Persönlich wohne ich in der Medardstr. Dort ist Anlieger Verkehr und generell Tempo 30. Diese wird häufig als Durchgangsstr. missbraucht. Auf der anderen Seite das Pacelliufer. Dort halten sich mindestens 90% der Fahrer nicht an die Geschwindigkeit (Voraussetzung – kein Berufsverkehr/Stau) Es ist sehr schön 🙁 wenn LKW’s mit 70-80 kmh durchfahren und Motorräder voll aufdrehen.
    Hier müsste dringend ein fester Blitzer installiert werden.

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