Sechzig

60 Jahre ist nur eine Zahl,
und aber macht sie uns Gedanken,
wird für manchen schier zur Qual,
dunkle Wolken sich um sie ranken.

Gut: Weisheit und Erfahrung wurd’ Dir beschert,
oft schmerzhaft erkauft in 60 Jahren,
denn Jugend und Schönheit, so begehrt,
kann man nicht so lang’ bewahren!

Wie lang es wohl noch dauern wird,
bis uns quält Krankheit und Verdruss?
Wer dies negiert, wohl ganz schwer irrt,
wie man mit 60 nun erkennen muss.

Und dann noch die Frage aller Fragen,
an die man immer öfter denken muss:
Es auszusprechen, darf man es wagen?
„Wann ist mit unsrem Leben Schluss?“

Die Hälfte des Lebens ist schon lange vorbei,
aufgefallen war es bislang nicht!
Jetzt sind wir gefangen in der Grübelei:
Wann sehen wir des Todes Angesicht?

Immer kann es geschehen, vielleicht schon morgen.
Und da sind neue Ängste, die noch weniger gefallen
Wenn nicht gleich der Tod, so dann die Sorgen,
ob und wann wird Siechtum uns befallen?

Freunde, die wir kennen aus vergangener Zeit
und die im gleichen Jahr wie wir geboren,
hat dieses Schicksal schon ereilt!
Wie lang’ bleiben wir da noch ungeschoren?

Wenn solche Fragen die Gedanken trüben,
sehr schnell die Einsicht kommen muss:
In Bescheidenheit und Demut musst Du Dich üben
und vertreiben Ängste und Verdruss.

Dankbar sei für 60 Jahre Leben!
Denn sei stets eingedenk:
Jeder Tag, der Dir gegeben,
war ein herrliches Geschenk,
das Du achten musst, bewahren,
denn selbstverständlich war es nicht!
Jede Minute Deiner 60 Jahre,
war von besonderem Gewicht!

Und jeder Tag, den Du künftig darfst erleben,
den halte fest mit ganzer Kraft!
Nach dieser Einsicht musst Du streben
und glauben dran mit Leidenschaft.
Was noch kommen wird, kannst Du nicht wissen.
Das ist in eines anderen Hand.
Damit wirst Du leben müssen,
doch empfinde es als Glücksumstand.

Denk’ stets dran, was jemand schrieb,
der vor dem Ende seines Lebens stand:
was für ihn die Essenz des Daseins blieb,
weshalb er trotz Schicksal Zuversicht empfand:

Von guten Mächten wunderbar geborgen
erwarte stets getrost, was kommen mag
Gott ist mit uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiss an jeden neuen Tag!

Thomas Albrecht 1.9.2013

Über Thomas Albrecht

Mitglied des Trierer Stadtrates.
Dieser Beitrag wurde unter Gedanken veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.