Eine Vision: Das Brunnenprojekt

Hallo an alle!

Da ihr ja zu Recht ein paar Bedenken geäußert habt zu unserem Projekt, möchte ich euch nun ein Resümee schicken zu unserem Projekt und euch ein bisschen erzählen wie alles angefangen hat und an welchem Schritt wir jetzt sind, damit ihr euch keine Gedanken mehr machen müsst.
Bild 1Angefangen hat alles wie schon im Brunnenbericht erwähnt im Dezember als wir bei unserer Freundin Charlotte waren und gesehen haben was es dort schon am Anfang der Trockenzeit für große Probleme mit Wasser gibt. Darüber hatte ich auch in einem meiner Rundbriefe berichtet. Danach ist mir das Wasserproblem hier und die Idee einen Brunnen zu bauen nicht mehr wirklich aus dem Kopf gegangen. Daher sind wir also im Prinzip seit Dezember am Projekt dran. Zuerst haben wir in Tanguiéta ein bisschen nachgefragt, wie man überhaupt einen Brunnen bauen kann. Dabei haben die Preise von 150 – 10.000 Euro variiert und das Ganze hat uns auch nicht wirklich weitergeholfen. Im Gegenteil wir dachten schon die Idee aufgeben zu müssen, weil 10.000 Euro nun wirklich zu viel ist.

Irgendwann haben wir mit unserem Gastvater (dem Pastor) darüber gesprochen. Er fand die Idee von Anfang an gut, hat uns sehr geholfen und unterstützt uns bis jetzt sehr viel, was auch dazu beigetragen hat, dass wir das Projekt weiter verfolgt haben.

Ihn haben wir dann auch gefragt, wo die Wasserprobleme in und um Tanguiéta amBild 2 Schlimmsten sind. Durch ihn haben wir dann den Präsident der Baumwollfabrikation, Michel, kennengelernt. Er hat uns Monkonton gezeigt, das Dorf wo wir jetzt den Brunnen bauen. Wir hatten großes Glück an ihn zu geraten. Er kennt Tanguiéta und Umgebung unglaublich gut und ist vor allem mit vielen Ethnien hier sehr vertraut.
Zuerst wollten wir den Brunnen mit einer Unternehmerin bauen, die den Pastor persönlich kennt. Ihr Preis für einen Brunnen war allerdings viel zu hoch. Außerdem wollte sie nur einen einfachen Brunnen bauen, der 15 Meter tief ist. Normalerweise sollen so Brunnen, wenn man sie mit der Hand gräbt 150 Euro Kosten, sie aber wollte 5000 Euro dafür haben. Nachdem ich den Preis gehört habe, bin ich auch mit einer Organisation in Deutschland in Kontakt getreten (afrikabrunnen.org)

Ein holpriger Weg zum Brunnen

Auch sie haben mir bestätigt, dass der Preis viel zu hoch ist. Zu dem Zeitpunkt wollte ich das Projekt dann endgültig aufgeben, weil es schon April war (im März konnten wir fast nicht an dem Projekt arbeiten, weil ich ja so schlimm krank geworden bin). Die Organisation hat mir aber ein paar gute Tipps gegeben, weshalb ich das Projekt dann doch weiterverfolgt habe.
Wir haben mit einer ansässigen ONG hier geredet, mit dem Bürgermeister und mit drei verschiedenen Firmen (eine ist extra auf unsere Kosten angereist, hat uns vorher einen guten Preis genannt und hat den Preis dann doch geändert, als er gesehen hat, dass wir weiß sind). Gegen Ende waren wir total verzweifelt, auch weil die Zeit immer knapper wurde (einen Brunnen kann man nur in der Trockenzeit bauen und die Regenzeit fängt im Mai an).
Lange Rede kurzer Sinn – es war ein sehr holpriger Weg zu unserem Brunnen mit sehr viel
Gegenwind (unter anderem von unserer eigenen Organisation, darüber wissen meine Eltern schon Bescheid), aber schlussendlich sind wir wie durch ein Wunder an einen wirklich zuverlässigen und netten Unternehmer gestoßen, der noch nicht mal über den Preis verhandeln wollte.

Also sind wir diese Woche ins Dorf gefahren, um ihnen mitzuteilen, dass wir einen Brunnen bauen. (alle haben sich so sehr gefreut, es war richtig süß) und am Donnerstag haben wir den Vertrag unterschrieben.Bild 3

Insgesamt wird der Brunnen 5300 Euro kosten. 30% davon müssen wir im Voraus zahlen, weil er dafür das ganze Material besorgt. Das Geld haben Pauline und ich schon bereits vom Konto abgehoben. 35% werden wir im Juni zahlen und weitere 30% im August, wenn wir hoffentlich das ganze Geld an Spenden zusammen haben werden. 5% zahlen wir erst nach einem Jahr, weil es ein Jahr Garantie auf den Brunnen gibt. Der Vertrag ist also wirklich sehr vorteilhaft für uns.

Soweit die Geschichte des Brunnens. Die Arbeit am
Brunnen wird voraussichtlich nächste Woche Mittwoch beginnen. Die Bauarbeiten dauern insgesamt nicht länger als zwei Wochen.
Bild 4Zur Eröffnung des Brunnens werden wir unter anderem den Bürgermeister einladen und hier ansässige Organisationen. Vielleicht gibt es dadurch ja noch mehr Leute, die auch einen Brunnen hier bauen wollen – Bedarf ist wirklich da.

Falls ihr sonst noch Fragen habt, stellt sie mir gerne jederzeit. Ich versuche euch jetzt so gut es geht auf dem Laufenden zu halten. Wahrscheinlich aber eher telefonisch, weil solche Emails schon immer viel Zeit in Anspruch nehmen.

Bis dahin!

Eure Sarah

Über Sarah Albrecht

Die Tochter der Familie Albrecht. Psychologin.
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2 Kommentare zu Eine Vision: Das Brunnenprojekt

  1. Pingback: Ein Brunnen für Tanguiéta | Albrechts WEBLOG

  2. klebefolie sagt:

    Tolle Aktion, finde ich sehr schön das man Menschen mehr Hoffnung schenkt.

    Lg Karin

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