Ein Wunder in Westafrika wahr werden lassen!

»Wunder gibt es immer wieder«

5.000,- Euro für »Colettes Vision«: Das Ausbildungszentrum »Mille clés« in Tanguiéta/Benin

»Fluchtursachen bekämpfen« wird häufig als Lösung der Probleme vieler Menschen aus afrikanischen Ländern genannt.
Da es größtenteils kriegerische Auseinandersetzungen sind oder Regime, welche die Freiheitsrechte ihrer Bürger/innen unterdrücken (Eritrea, Somalia, Nigeria, Mali, Gambia), ist dies jedoch für die deutsche Entwicklungshilfe nicht so einfach zu realisieren.

In Tanguiéta in Benin, dem Nachbarland von Nigeria, sind die Voraussetzungen für Hilfen von außerhalb günstiger: Hier herrschen demokratische Verhältnisse – selbstverständlich nach afrikanischem Muster. Aber nach Niger, Burkina Faso, Sierra Leone und Guinea hat Benin die höchste Analphabetenrate in Afrika, unvorstellbare 63%. Bildung ist somit ein ganz wichtiger Faktor, mit dem man die Not der Menschen in diesem armen Land langfristig beheben kann. Jedes Jahr reisen junge Menschen aus Deutschland nach Benin, um dort ein Freiwilliges Soziales Jahr, auch in Schulen, zu absolvieren. Eine dieser jungen Frauen war unsere Tochter Sarah.

Wer erinnert sich noch an die Berichte von ihr aus Benin, die zwischen September 2015 und September 2016 in regelmäßigen Abständen hier veröffentlicht wurden? (Sie können alle aufgerufen werden, wenn die Kategorie »Afrika« angewählt wird.)

Nach ihrem Bachelorstudium der Psychologie in Chemnitz hat Sarah ein freiwilliges soziales Jahr in diesem armen westafrikanischen Land absolviert und dort neben ihrer Tätigkeit als Lehrkraft ein Brunnenbau-Projekt – mit finanzieller Unterstützung aus Deutschland – umgesetzt. Auch nach ihrer Rückkehr und der Aufnahme eines Masterstudiums in Jena haben das Land und seine Leute unsere Tochter nicht losgelassen. So gelang es unter anderem mit der tatkräftigen Unterstützung der Schüler und Schülerinnen des MPG in Trier (Spendenlauf an der Schule) und vieler privater Spenden aus der familiären Umgebung und dem Bekanntenkreis, dass ein schulisches Projekt in Tanguiéta in die Tat umgesetzt werden konnte. Sehr berührend war der Dank der afrikanischen Schüler und Schülerinnen , der ganzen Schulgemeinschaft und der persönlich überbrachte Dank des Pfarrers aus Benin, Pasteur Douèto N‘ Touama und seiner Frau, Colette Moutouama, deren Pfarrei Assemblée de Dieu (Evangelische Freikirche) die Schule betreibt.

Hilfe für junge Frauen

Und nun steht ein weiteres großes Projekt an, für das ich um finanzielle Unterstützung bitte! Es geht – seitdem völlig überraschend eine Großspende von 5.000,- Euro eingetroffen ist – um keine große Summe mehr, es geht um noch  2.100,- Euro!!

Colette Moutouama, von allen liebevoll »Maman« genannt, die Gastmutter unserer Tochter Sarah, betreibt seit 1998 ein Webatelier, in dem Mädchen und Frauen als Weberinnen ausgebildet werden. Seitdem haben 19 die Ausbildung erfolgreich beendet. Einigen von ihnen gibt Colette nach der Ausbildung Kleinkredite, damit sie mit diesem Budget eine Webmaschine kaufen können, um in einem eigenen Atelier zu arbeiten. Aktuell sind zwölf Mädchen bei ihr in der Ausbildung, von denen die meisten zu arm sind, um sich die Ausbildungsgebühren zu leisten. Einige von ihnen brauchen eine Unterkunft in Tanguiéta, da ihre Eltern verstorben sind oder sie von zu Hause weggelaufen sind (Stichwort: Zwangsheirat, Beschneidung). Da im Haus von Colette kein Platz ist zum Weben, arbeiten die Mädchen mit den Maschinen im Freien. Bei zu starkem Wind oder Regen können sie nicht arbeiten, können sie kein Geld verdienen.

Eine Vision

Und hier setzt »Colettes Vision« an: Sie möchte ein Ausbildungszentrum für Frauen und Mädchen eröffnen, »mille clés« (Tausend Schlüssel) um ihnen in ihren Problemlagen besser helfen zu können, um ihnen ein selbstständiges Leben zu ermöglichen.

In dem geplanten Zentrum wird sich ein Klassenzimmer, eine Küche und ein Atelier befinden, in dem die Ausbildungen stattfinden, sowie ein Schlafzimmer. Die Mädchen sollen dort eine Ausbildung im Bereich Weben, Schneidern oder Sticken erlernen. Außerdem können sie eine Ausbildung als Friseuse absolvieren. Sie sollen Lesen und Schreiben lernen und in Sexualität und Haushaltsführung unterrichtet werden. Denn viele Mädchen werden zu Hause nicht aufgeklärt, geschweige denn über sexuell übertragbare Krankheiten informiert. Außerdem können 70% aller Frauen in Benin nicht lesen und schreiben.

Was kann man tun, um Colette bei dem Bau ihres Ausbildungszentrums zu unterstützen?

Sarah und ihre Kollegin Pauline, die mit ihr gemeinsam in Benin war, wollen mit Hilfe ihrer Entsendeorganisation »Kinderhilfe Westafrika e.V.« eine Fördermaßnahme in Höhe von 50.000 Euro beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) beantragen.

Da die Maßnahme nur eine 75% Finanzierung ist, muss ein Anteil von 25% selbst aufgebracht werden. Bis zum 31. Januar 2018 – somit bis in 13 Tagen – müssen 10.000 Euro gesammelt werden, damit das Projekt für nächstes Jahr bewilligt wird.

Bis heute war es, ehrlich gesagt, völlig utopisch, das Geld zusammen zu bekommen, 2.900,- Euro waren gespendet worden. Gewiss keine Kleinigkeit, um nicht missverstanden zu werden, aber zu weit von den 10.000 Euro entfernt. Aber Sarah hat die Hoffnung nicht aufgegeben und ihr Glaube an die wirklich gute Sache hat ihr geholfen: Heute erhielt sie von einer Frau aus Freiburg, die sie nicht kennt, die aber vom Projekt und vom Engagement von Sarah und Pauline überzeugt war, die Nachricht, dass diese ganze 5.000,- Euro (!) für das Projekt überwiesen hat.

Da ich im Sommer 2016 in Tanguiéta war und mich vor Ort davon überzeugt habe, dass die finanzielle Hilfe aus Deutschland dort sehr gut angewandt wird, kann ich grantieren, dass das Geld auch sicher ankommt. Deshalb bitte ich herzlich darum mit dazu beizutragen, dass Sarah und Pauline die 2.100,- Euro bis zum 31. Januar 2018 zusammen haben. Hier die Angaben zur Kontoverbindung:

Spendenkonto: Kinderhilfe Westafrika e.V.
IBAN: DE03 8305 0000 0000 6521 64
BIC: HELADEF1GER
Sparkasse Gera-Greiz
Verwendungszweck:
Tausend Schluessel Tanguieta

Wer eine Spendenquittung erhalten will möge bitte seine Adresse im Verwendungszweck angeben.

Ich danke allen sehr für die Unterstützung!

Hier noch eine ergänzende Information von Sarah, was geschieht, sollte das Geld (wider Erwarten) nicht zusammengbraacht werden:

»Keine Angst: Das Geld ist nicht verloren! Bekommen wir die 10.000 Euro nicht zusammen, heißt das nur, dass wir den Antrag erst später stellen können. Stellen wir den Antrag allerdings nach dem 31. Januar, verzögert sich das Projekt um ein Jahr, da die Anträge bis zu einem gewissen Zeitpunkt beim BMZ eingegangen sein müssen. Bekommen wir bis zum 31. Januar also nicht 10.000 Euro zusammen, kann der Bau des Zentrums also frühestens erst im Januar 2019 starten

Über Jutta Albrecht

Ehefrau von Thomas . Ebenfalls Mitglied des Stadtrates. Lehrerin und Historikerin.
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