Auf Eis gelegt: Buslinie von Konz nach Trier

Update : 20:54 Uhr

Der Landkreis Trier-Saarburg wünscht sich dringend eine neue Buslinie von Trier nach Konz. So kann man in einem Artikel des Trierischen Volksfreundes vom 6. Februar 2019 nachlesen.

Die Gründe dafür sind einleuchtend:

Das Baugebiet Konz-Roscheid ist bislang nur völlig unzureichend an den öffentlichen Personennahverkehr angebunden. Viele wohnen dort, die auch in Trier arbeiten. Sie können gar nicht mit dem ÖPNV nach Trier kommen, selbst wenn sie es wollten.

Die Stadtwerke in Trier haben sogar schon ein entsprechendes Konzept bis ins Detail ausgearbeitet, wie eine solche Linie aussehen könnte, nennen wir sie einmal Linie 9.

Diese könnte von Konz-Roscheid zur Konzer Innenstadt, über das Pacelli-Ufer, am Zurmaiener Ufer in einem Stunden-Takt nach Ruwer führen. Gleichzeitig würde man damit einen angenehmen Nebeneffekt erzielen: Der Park and Ride Platz in Trier-Nord, der bisher mangels entsprechender Busanbindung wenig attraktiv ist, könnte wesentlich besser an den ÖPNV angebunden werden und damit ein Anreiz geschaffen werden, diesen auch zu nutzen, anstatt mit dem Auto in die Stadt zu fahren.

Der Landkreis wäre auch bereit, seinen Anteil – denn kostendeckend wird sich der Busverkehr nicht betreiben lassen – beizutragen: Geschätzte 270.000 EUR.

Wäre doch eine tolle Sache, eine solche neue Buslinie, die uns den Zielen des beschlossenen Mobilitätskonzeptes, umweltfreundliche Verkehrsmittel zu fördern, wieder ein Stück näher bringen würde. Worauf warten wir noch?

Unter dem Titel »Erweiterung der Leistungen der SWT Stadtwerke Trier Verkehrs-GmbH im Bereich des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) – Einführung einer neuen Buslinie 9 / 89 Konz-Roscheid – Konz- Karthaus – Treviris – Zurmaiener Straße – Ruwer« stand das Projekt eigentlich auf der Tagesordnung der Dezernatsausschussitzung IV vom 9.April und der des Steuerungsausschusses vom 10. April 2019 (TOP 28). Ich hatte mich schon gefreut, dem vollen Herzens zustimmen zu dürfen.

Do der Punkt soll kurzfristig abgesetzt werden. Der Grund: Die Linie würde natürlich auch die Stadt Trier Geld kosten: Geschätzte 320.000 EUR. Das Beteiligungsmanagement der Stadt habe Einwände, so hört man intern. Es handele sich um eine so genannte »freiwillige Leistung«, die die Stadt bei der Schuldenlage nicht erbringen dürfe. Baudezernent Ludwig hat in der öffentlichen Sitzung des Dezernatsausschusses IV vom 9. April erklärt, die Angelegenheit müsss abgesetzt werden, da »es keinen Deckungsvorschlag« gäbe.

So ist das Projekt erst einmal auf Eis gelegt. Und wieder einmal bleibt ein fader Beigeschmack zurück: Lippenbekenntnisse, man müsse unbedingt umweltfreundliche Verkehrsmittel fördern, gibt es viele. Aber sobald es Ernst wird und man sich bewusst macht, dass man für diese Förderung auch Geld in die Hand nehmen muss, macht man einen Rückzieher!

Ich bin zutiefst  enttäuscht und hoffe, dass das Projekt bald doch noch realisiert werden kann. Fest steht jedenfalls jetzt schon einmal, dass das Projekt in der stadtratssitzung vom 17.4.2019 nicht verabschiedet werden wird, sondern frühstens vom neu gewählten Stadtrat wieder angegangen werden kann. Ob dann – wie geplant – eine Betriebsaufnahme ab Januar 2021 möglich sein wird, erscheint fraglich. 

Wenn wir die Verkehrswende wollen, müssen wir endlich  den Mut haben, sie auch umzusetzen!

Über Thomas Albrecht

Mitglied des Trierer Stadtrates.
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