Überflüssig und irreführend

Unter der Überschrift „überflüssig und irreführend“ ist in der heutigen Print-Ausgabe des Trierischen Volksfreundes (nicht in der Online-Ausgabe veröffentlicht) eine gemeinsame Presseerklärung der Ex-Oberbürgermeister Schröer und Wagner zu lesen.
Darin üben sie „heftige Kritik“ an dem Beschluss, der im heutigen Stadtrat zustande kommen soll, Adolf Hitler formell die Ehrenbürgerschaft abzuerkennen.
Die ehemaligen Oberhäupter der Stadt Trier sind verärgert und fürchten, dass durch den Beschluss „ihr (damaliges) Verhalten relativiert werden sollte“.

Nichts liegt dem Rat ferner! In der Vorlage selbst kommt dies deutlich zum Ausdruck.

Auch ich hatte ja in meinem letzten Beitrag noch einmal auf die Vorgeschichte hingewiesen, weshalb ich den Vorwurf, Stadtratsmitglieder seinem hierüber „nicht informiert“, nicht nachzuvollziehen vermag.

Inhaltlich die beiden Ex-Politiker, vor denen und deren Leistungen für die Stadt Trier ich hohe Achtung haben, völlig recht: Es besteht keine juristische Notwendigkeit für einen solchen Beschluss.

Doch völlig zu Unrecht fühlen sie sich angegriffen, denn es ist und war der Stadtrat, der sich mit dem Thema beschäftigt hat und befassen wird.

Es besteht jetzt leider die große Gefahr, dass durch dieser Erklärung, eine Kontroverse ausgelöst wird, die es bei diesem sensiblen Thema heute eigentlich nicht geben sollte.
Insbesondere ist zu beürchten, dass jemand in der Ratssitzung genau diese Argumentation aufgreift, von dem wir alle das nicht wollen.


Das Thema in den Parteienstreit zu ziehen, das war der Fehler der Vergangenheit.

Bleibt als Fazit: „si tacuisses, philosophus mansisses„, – „Wenn du geschwiegen hättest, wärest du ein Philosoph geblieben, meinte der römische Philsoph Boethius einst.

Über Thomas Albrecht

Mitglied des Trierer Stadtrates.
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1 Antwort zu Überflüssig und irreführend

  1. Wortsalat sagt:

    Vielleicht wäre es besser gewesen, die beiden Ex-OBs hätten diese Erklärung gar nicht erst verfasst.

    Soviel zum Thema schweigende Philosophen.

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