2019

Dienstag, 1.1.2019

Das neue Jahr haben wir mit einem fantastischem Silvestermenü begonnen.

Montag, 21.1.2019

Mich erreicht die Nachricht vom Tod von Josef Tietzen.

Mit „Jupp“ verbinden mich ganz besondere Erinnerungen: Hatte er doch die – nicht immer dankbare – Aufgabe übernommen, den jungen Thomas Albrecht nach dessen Abitur in der Kunst des Fotografierens zu unterweisen.
Und das, was er mich damals in seiner stets freundlichen Art und Weise gelehrt hat, habe ich bis heute nicht vergessen. Er war immer geduldig und nachsichtig, wenngleich ich mich bisweilen auch sehr ungeschickt angestellt habe:
Welche Mindestverschlusszeit muss man wählen, dass die Aufnahmen nicht verwackeln, wie erzeugt man Tiefenschärfe, wann verzichtet man besser bewusst darauf, all das hatte er mir anschaulich erklärt und vorgeführt.
Die Schwierigkeit lag natürlich darin, dass man im „Einsatzfall“ nicht lange nachdenken konnte, und alles sofort einstellen musste. Auch war alles sozusagen im „Blindflug“ zu erledigen, da man früher natürlich keine elektronische Kontrolle hatte und man nach dem Entwickeln des Films nicht wusste, ob man alles richtig gemacht hat.
Es war natürlich deshalb sehr aufregend, wenn „Jupp“ einen bei einem Reporter-Gang einmal nicht begleiten konnte. Schließlich konnte er nicht überall sein, sodass man manchmal alleine die Fotos schießen musste.
Besonders wichtig ist natürlich die Position, von der aus man eine Aufnahme macht, wie er mir zeigte. Und daran hat sich bis heute nichts geändert, denn auch die intelligenteste Elektronik nimmt einem das nicht ab: Den richtigen Blick und eine gute Perspektive zu haben.
So kam es dann dazu, dass er dadurch berühmt wurde, bei wichtigen Ereignissen auch etwas ungewöhnlich in dem Geschehen „herumzuturnen“.
Ich bin heute jedenfalls dank Jupp Tietzen ein wenig stolz drauf, dass ich mit meiner Kamera auch ohne eingeschaltete Automatik Fotos machen kann, wenngleich ich natürlich auch immer Laie blieb und niemals so perfekt werden konnte, wie er es war oder andere Profi-Fotografen.
Ich hatte noch das Glück, ihn vor wenigen Wochen zusammen mit Jutta noch einmal persönlich sprechen zu dürfen, wo wir auch auf die „alten Zeiten“ zurückkamen.
Das, was ich dank Jupp Tietzen gelernt habe, werde ich nie vergessen. Ich werde IHN nie vergessen und stets in ehrendem Gedenken halten.