Januar 2022

Samstag, 01.01.2022

Moselufer
Moselufer am frühen Abend
Prost Neujahr!

Ein neuer Lebensabschnitt hat für mich begonnen! Ich bin ab heute so genannter Pensionär. Zugegeben, an den Gedanken muss ich mich erst noch gewöhnen.

Das neue Jahr selbst begann für mich ganz entspannt: Mit meiner lieben Frau genoss ich ein hervorragendes Silvester-Menü in der »SIM« an der Porta.

Am Abend dann das neue Jahr mit einem Spaziergang am Moselufer begrüßt.

 

 

Montag, 03.01.2022

Über einen Artikel im Trierischen Volksfreund habe ich mich geärgert und musste deshalb etwas dazu schreiben:

Alle Grundschulen sind wichtig! – Albrecht’s Blog (albrecht-trier.de)

Dienstag, 04.01.2022

Heute erreichte mich die Nachricht vom Tod von Michael Billen. Nein, ich war nicht immer seiner Meinung. Vertrat er doch in manchen Fragen einen grundsätzlich anderen Standpunkt als ich. Da denke ich zum Beispiel an die Umweltpolitik. Ich vermag auch nicht alles zu billigen, was er getan hat. Vor allem bei der sogenannten »Polizeidaten-Affäre« hätte ich mir ein ganz anderes Verhalten von ihm erwünscht. Ja man kann, muss sogar manchmal, mit dem »Kopf durch die Wand gehen«, wenn man als Politiker etwas erreichen will. Vielleicht ist auch Hartnäckigkeit und Geradlinigkeit genau das, was manche modernen Politiker fehlt. Aber die Grenzen des Gesetzes müssen stets eingehalten werden!
Darüber darf es keine Diskussion geben.
Er war ein Politiker mit »Ecken und Kanten«, ein Eifler Urgestein. Imponiert hat mir immer, dass er stolz auf sein Beruf war: Selbstbewusst hat er von sich immer gesagt: Ich bin »Bauer«.
Wir brauchen nicht nur Akademiker in der Politik, sondern auch Persönlichkeiten, die – wie er – mit einem Meisterbrief glänzen können.
Wortgewaltig, pointiert, mit klarer Aussprache, hat er niemals ein Blatt vor den Mund genommen. Seine Neujahrsempfänge in Bitburg, von denen ich einige besucht hatte, waren »Kult«. Und sein Wettern gegen die Biotonne, die er nur »Madentonne« nannte, wird mir unvergessen bleiben.
Michael Billen hat einen deutlichen Fußabdruck in der Eifler politischen Landschaft hinterlassen.

Mittwoch, 05.01.2022

Wir, Jutta und ich, fühlten uns jedenfalls prächtig unterhalten. Gestern sahen wir den letzten Teil der ZDF Serie »Der Palast« und haben bis zur letzten Minute mitgefiebert.
Die teilweise vernichtende Kritik in manchen Medien, beispielsweise von Matthias Dell im Zeit-Online-Magazin, kann ich nicht nachvollziehen.
Die Erzählung war spannend vom ersten bis zum letzten Augenblick, teilweise sehr emotional und wurde von ganz hervorragenden Schauspielern/innen dargestellt.
Verwechslungsgeschichten á la »doppeltes Lottchen« mögen nicht ganz neu sei, geben doch aber immer wieder einen interessanten Stoff für eine mitreißende Story.
Da kann die eine oder andere Darstellung sicher etwas »flach« gewesen sein, das lässt sich indes nicht verhindern, wenn man dem/der Zuschauer/in bekömmliche Unterhaltung bieten will.
Bei mir kamen auch viele Erinnerungen auf:
Angenehme, wie die emotionale Aufgewühltheit, die uns alle befallen hat, als die Mauer geöffnet wurde oder ganz simpel an unseren letzten Besuch im Friedrichspalast am 30. Januar 2020, just an dem Tag, als die internationale Notlage wegen Corona ausgerufen wurde.
(Kurze Zeit später, im März, musste der Palast schließen).
Unangenehme, wie an die grausame DDR-Diktatur. Die im Film dargestellten Schicksale waren harmlos verglichen mit manchen von denjenigen, die solche in Realität erleben mussten.

Manche, die sich heute erdreisten, Demonstrationen gegen eine angebliche »Corona-Diktatur» bei uns, mit den damaligen Protesten in der DDR zu vergleichen, sei anempfohlen, sich wenigstens einmal solche Filme anzusehen, wenn sie schon nicht bereit sind, sich mit der Geschichte unserer beiden deutschen Staaten objektiv auseinanderzusetzen und diese schlichtweg verdrängen.

Und wer dann immer noch nicht glauben und wahrhaben will, was wirklich eine Diktatur bedeutet, dem rate ich zu einem Besuch in der Gedenkstätte »Hohenschönhausen«.
Ich selbst war zwischenzeitlich insgesamt dreimal da und wurde von verschiedenen ehemaligen Häftlingen geführt.
Eine besonders beeindruckende Führung war die mit dem Zeitzeugen Micha Naue, mit dem man aufgrund seiner plastischen und drastischen Schilderung mitleiden musste.
Gegen eine wirkliche Diktatur, wie die in der DDR, zu sein, bedeutete eben nicht nur einfach, in das Gefängnis gesteckt zu werden, sondern Verlust von jeder Menschenwürde und brutale Folter.
Da waren die Szenen am Schluss des dritten Teils des Filmes, als Christine Steffen verhaftet wird, wirklich eine Verharmlosung. Ich wünsche mir jedenfalls mehr solche »dezenten« Erinnerungen an die Vergangenheit, die bei vielen offenbar so sehr in Vergessenheit geraten ist.
Belehrungen helfen offenbar nicht weiter, vielleicht solche Unterhaltungsfilme?

Samstag, 15.01.2022

War früher alles besser? Alles mit Sicherheit nicht, aber manches ganz bestimmt!
Gerade bin ich am »Ausmisten«, wie man so schön sagt, da fiel mir ein Artikel aus dem Trierischen Volksfreund vom Donnerstag, den 20. Juni 1974 (S. 7) über eine Stadtratssitzung in die Hände. Ich war damals Praktikant beim TV und durfte dabei sein, noch nicht ahnend, dass ich später mal selbst in diesem Gremium sitz würde. Die Berichterstattung selbst, so waren die Regeln zu jener Zeit, waren allein dem »Lokalchef« Norbert Kohler vorbehalten.

Auszug aus dem TV

Eine Sitzung mit umfangreicher Tagesordnung und wichtigen Entscheidungen vor der Sommerpause. Sie dauerte früher….: Gerade mal 90 Minuten!!!
Richtig, 1974 gab es nur drei Fraktionen im Trierer Stadtrat. Gleichwohl glaube ich nicht, dass in jener Zeit schlechtere Beschlüsse gefasst wurden als heute, wenn wir bis Mitternacht im Rat disputieren.
Da sollten wir Ratsmitglieder uns alle einmal an die Nase packen!
Und ich meine auch, unser »TV« sollte noch einmal seine Prinzipien überdenken. Wenn überhaupt findet die Berichterstattung über eine Stadtratssitzung nur in äußerst verkürzter Form statt.
Ich weiß, die Argumentation ist, dass heutzutage längere Artikel überhaupt nicht mehr gelesen werden und die Bürgerinnen und Bürger der Stadtrat auch nicht so interessiert.
Und heute gibt‘s ja nicht nur die Rathauszeitung, sondern auch das Internet, über das sich jeder informieren kann. Zudem überträgt der offene Kanal die Sitzungen, sodass sie jeder live verfolgen kann.
Andererseits: Wer tut sich das schon an? Nur absolute »Freaks« werden stundenlang den ermüdenden Debatten im Rat folgen, um festzustellen, dass eigentlich alles schon gesagt es, nur nicht von jedem.
Hat die örtliche Monopolpresse nicht einen besonderen Auftrag?
Ich wünsche mir jedenfalls für das neue Jahr:
* mehr Disziplin von uns Ratsmitgliedern und kürzere Sitzungen sowie
* wieder eine intensivere Berichterstattung im »Volksfreund«.

Freitag, 21.01.2022

Bischof Bätzing während der Vesper in St. Irminen

Heute war ich mit Jutta zum traditionellen Neujahrsempfang des Deutschen Journalisten-Verbandes, Gruppe Trier, in die Vereinigten Hospitien eingeladen. Ehrengast war Bischof Georg Bätzing, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz. Die Einladung war von der Vorsitzenden, Sabine Krösser, schon vor langer Zeit erfolgt. Keiner konnte damals ahnen, wie aktuell und brisant diese Einladung war. Wurde doch gestern das Gutachten einer Rechtsanwaltskanzlei zum sexuellen Missbrauch im Erzbistum München veröffentlicht, in dem den damals verantwortlichen Würdeträgern, unter anderem Kardinal Marx und dem späteren Pabst Joseph Ratzinger vorgeworfen wurde, auf die ihnen in ihrer Amtszeit bekannt gewordenen Missbrauchsfälle durch Geistliche nicht angemessen bzw. überhaupt nicht reagiert zu haben. (fast 500 Kinder und Jugendliche sind dort zwischen 1945 und 2019 von Priestern, Diakonen, Mitarbeitern/innen der Kirche sexuell missbraucht worden. Mindestens. 235 Täter hat die Anwaltskanzlei identifiziert.)
Im Rahmen eines Gottesdienstes vor dem eigentlichen Empfang, hat Bischof Bätzing eine schonungslose Aufklärung des Missbrauchsskandals versprochen. Der eigentliche Empfang später fand im Rahmen eines sogenannten »Hintergrundgespräches«, über das Vertraulichkeit vereinbart worden war, statt. Deshalb kann ich hierüber nichts weiter berichten. Verständlich, denn in Anbetracht der aktuellen Situation lagen unzählige Presse- und Interviewanfragen vor. Es wäre nicht zu vertreten gewesen, wenn die erste offizielle Äußerung des Vorsitzenden der Bischofskonferenz im Rahmen dieses Empfangs öffentlich geworden wäre, nur weil er zufällig in Trier war.

Samstag, 22. Januar 2022

»Habemus Papam»: Meine Partei hat einen neuen Chef: Friedrich Merz mit  94,6 % zum neuen CDU Chef gewählt. Ich bin mir noch nicht sicher, wie ich die neue Situation bewerten soll. Wichtiges ist jedenfalls, dass die Kandidatendiskussion endlich beendet ist.

Mittwoch, 26. Januar 2022

In einer digitalen Sondersitzung des Stadtrat wurde der Etat verabschiedet.

Freitag, 28. Januar 2022

Da hatte der Alex Brittnacher doch wieder einmal eine gute Idee gehabt. Die neue Konzertreihe in der SIM. Jutta und ich haben das Konzert mit Thomas Kiessling, der Frank Sinatra Song’s interpretierte, heute Abend besucht. Dazu ein Vier-Gang-Menü in gemütlicher Wohnzimmeratmosphäre. Viele gute Bekannte getroffen. Es war wundervoll. 

Montag, 31. Januar 2022

Ein brutaler Polizistenmord bei Kusel erschüttert ganz Deutschland, so auch mich. Ich kenne die Gegend recht gut. Der Tatort war nicht unweit von Ulmet, wo ich im dortigen Felschbachhof etliche Fortbildungsseminare für Führungskräfte besucht habe.