März 2022

Mittwoch, 2. März 2022

7. Kriegstag: Jutta und ich haben uns heute ein Mittagessen beim Trierer Sternekoch Wolfgang Becker gegönnt. Es gab auch einen besonderen Anlass: Denn Becker hat sich etwas Besonderes einfallen lassen. Als Friedensgruss aus der Küche servierte er eine Borschtsch, die Nationalsuppe der Ukraine und Russlands. Dazu gab es einen Wodka, so wie es in beiden Ländern Tradition ist. Eine wirklich tolle Idee, wie wir meinten.

 

Freitag, 4. März 2022

Auch die Arbeit im Richterbund Rheinland-Pfalz geht weiter: Heute tagte der Vorstand – selbstverständlich Online.

Sonntag, 6. März 2022

Tag 11 des Ukraine Krieges. Ich hatte heute etwas Abwechslung: Susanne Matthieu da war ich zum 85. Geburtstag meines Ex-Schuldirektors Dr. Hermann-Josef Krapp eingeladen. Es war ein sehr schöner Geburtstagsempfang mit vielen interessanten Begegnungen, die mich an meine Vergangenheit erinnert haben.

Freitag, 11. März 2022

Eine geflüchtete ukrainische Familie ist bei der Nestwärme untergebracht worden. Jutta kümmert sich ein wenig um sie. Heute musste beispielsweise die – ebenfalls geflohene – Katze beim Tierarzt erst versorgt werden.

Foto: Lena Spindler

»Sind wir jetzt wirklich in Sicherheit?« scheint Kater Kokos, 9 Jahre, zu fragen, viele Tage mit seiner Familie auf der Flucht aus dem Kriegsgebiet in der Ukraine. Hier in der Tierarztpraxis Dr. Kornberg beim Impfen.

Montag, 14.3.2022

Nach der Fraktionssitzung eine sehr interessante Veranstaltung der katholischen Erwachsenen-Bildung mit dem Ex-Bundestagsabgeordneten Bernhard Kaster zum Thema »Wie umgehen mit Russland?«. Als ehemaligen Vorsitzenden der deutsch-russischen Parlamentarierer-Gruppe konnte es wohl kaum einen kompetenteren Referenten geben.   Sein Vortrag war von wohltuender Sachlichkeit und profunde Kenntnisse über Russland geprägt.

 

Montag, 14.3.2022

Da meine Corona-Warn-App immer mehr so genannte Risiko-Begegnungen anzeigt, lasse ich mich jetzt täglich testen. Auch heute wider mit negativem Ergebnis, wie man sieht

 

 

 

 

 

 

 

Mittwoch, 16.3.2022

Heute dann der Schreck. Corona hat mich jetzt doch erreicht, ich hätte es wirklich nicht gedacht. Alles Nähere zu diesem – für mich in der Tat etwas seltsamen – Tag hier:

Ukrainischer Keller-Kuchen

Freitag, 18.3.2022

Da es jetzt auch mich erwischt hat, ein paar persönliche Gedanken zum Thema Corona.
Dank der Erkenntnisse aus Corona Warn App und des Umstandes, dass ich mich regelmäßig habe testen lassen, konnte ich mit ziemlicher Sicherheit exakt lokalisieren, wann und wo ich mich infiziert habe.
In den Tagen zuvor hatte ich eine Menge Risikobegegnungen, alle OHNE Infektion.
Warum erfolgte die Infektion also ausgerechnet an diesem Tag und an diesem Ort? Und warum hat es Jutta nicht erwischt, die ebenfalls anwesend war?
Ich habe dafür mich eine persönliche Erklärung, die von meinen Bruder – von Beruf Arzt – auch bestätigt worden ist.
In einem wesentlichen Punkt hat sich meine letzte Risiko-Begegnung von den anderen unterschieden: Es war nämlich an diesem Ort bitterkalt und ich habe heftig gefroren, richtig gebibbert. Offenbar war die Heizung im Raum herunter gedreht oder hat nicht richtig funktioniert.
Ich weiß, dass ich mich früher bei Unterkühlung regelmäßig mit dem Schnupfen-Virus infiziert habe. Kälte schwächt das Immunsystem, so sagt es jedenfalls die Wissenschaft.
(Meine Frau – eben eine echte Eifelanerin – ist da übrigens schon immer viel weniger empfindlich gewesen.)
Doch wie konnte es überhaupt dazu kommen, dass ich mit jemand Infektiösem in Kontakt kam? Alle wurden zuvor sehr sorgfältig auf ihren Impf-Status kontrolliert.
Aber das schützt eben gerade nicht vor weiteren Infektionen, wie mein Beispiel zeigt: Auch 3fach-Geimpfte können infektiös sein. Die neue Omikron Variante schützt nur zu 40 Prozent.
Um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, wäre es also im Prinzip notwendig, dass sich jeder regelmäßig, bestenfalls täglich, testen lässt, bevor er mit anderen Personen zusammenkommt.
Das ist aber völlig unrealistisch, weil diese Mühe kein Mensch auf sich nehmen wird, obwohl es in Trier genügend Test-Stationen gibt.
Zudem müssen diese auch sorgfältig arbeiten: Es genügt nicht, mit dem Teststäbchen ein wenig in der Nase herum zu fahren, man muss schon recht tief hineingehen, um die Viren zu erfassen. Und das wird leider nicht bei jeder Teststation gemacht.
Trotzdem bin ich natürlich froh und glücklich, geimpft worden zu sein. Erspart es mir doch schwere Folgen. Meine derzeitiger Husten und Schnupfen ist zwar unangenehm, aber eben nicht schlimmer als eine Erkältung. Ich kann wirklich nicht klagen.
Mein Fazit:
  1. Früher oder später wird es so gut wie jeden erwischen. Die Diskussion über das Impfen kann ich diesem Licht überhaupt nicht verstehen: Jeder sollte froh sein, eine Grundimmunisierung zu haben, die vor schweren, ev. lebensbedrohlichen Folgen schützt.
  2. Regelmäßiges Testen ist zwar lästig, könnte aber wirkungsvoll Ausbreitung des Virus verhindern. Insbesondere, wenn man mit mehreren Personen in Kontakt tritt, sollte ein Test eigentlich selbstverständlich sein. Er kostet nichts. Niemand sollte die Illusion haben, dass er nicht ansteckend sein ist, nur weil er/sie »geboostert« ist.
  3. Lüften in Räumen ist sinnvoll und notwendig, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern. Es sollte aber stets bei den von Wissenschaftlern empfohlenen Stoß-Lüften verbleiben, sodass der Raum warm bleibt. In unterkühlten Räumen kann bei empfindlichen Personen genau der gegenteilige Effekt eintreten: Man erhöht das Risiko einer Infektion!

Sonntag, 20.3.2022

Die Gedanken quälen zurzeit:
Christ – Jurist – Krieg und Frieden
Montag, 21.3.2022
Es war ja eigentlich nicht zu vermeiden: Jetzt hat es auch Jutta erwischt: Sie wurde heute positiv getestet und muss ebenfalls in Quarantäne. Der Vorteil für mich: Ich muss ab heute keinen Abstand mehr zu ihr halten und kann den Keller verlassen! 

Mittwoch, 23. März 2022

Vor 4 Wochen war der Überfall auf die Ukraine. Wie doch die Zeit auch im tiefsten Grauen vergeht. Nein, gewöhnen an die schreckliche Situation werde ich mich nicht.

Heute war (digitale) Sitzung des Trierer Stadtrates.

Es war insgesamt eine recht unerfreuliche Sitzung.

Ich habe zunächst zum Thema »Umbenennung des Bischof-Stein-Platzes« gesprochen und – ebenso wie andere Fraktion – wenig Verständnis dafür geäußert, dass die Grünen unbedingt zum jetzigen Zeitpunkt über das Thema entscheiden wollen. Hat doch die Kommission unter Leitung von Professor Robbers zur Aufarbeitung des Missbrauchs, Skandals angekündigt, im Herbst ihr Gutachten vorzulegen. Und es wäre doch wirklich kein Problem, bis zu diesem Zeitpunkt abzuwarten.

Ein weiteres unerfreuliches Thema war die Änderung der Ausbeitrags-Satzung für Mariahof.

Ich habe dazu auf der Seite des Stadtteils Mariahof geschrieben:

» Empörung in unserem Stadtteil: Die Eigentümer in unserem Stadtteil sind entrüstet! 2007 war Mariahof der erste Stadtteil, der freiwillig die wiederkehrenden Beiträge (Umlegung der Kosten für die Straßensanierung auf ALLE Eigentümer/innen im Stadtteil anstatt nur auf die Anlieger/innen einer Straße) eingeführt war. Man einigte sich darauf, dass 70 Prozent zu zahlen seien und 30 Prozent von der Stadt. Alles sollte schnellstmöglich, in einem Zeitraum von 10 Jahren, spätestens aber bis 2020 erledigt sein. Doch daraus wurde nichts. Die Folge: Die Kosten steigen und steigen. Immer noch. Und jetzt (auf Veranlassung des Rechnungshofes) auch das noch: Der städtische Anteil wurde auf 20 Prozent gesenkt, 80 Prozent bleiben bei den Anlieger und Anliegerinnen hängen. Doch nicht nur das: Jetzt werden auch die Eigentümer/innen in der Trebetastrasse zur Kasse gebeten, die bisher nichts zu zahlen hatten und auch nicht von der Sanierung profitieren werden! Dazu wäre es nicht gekommen, hätte die Stadt ihre Versprechen eingehalten. In der Ausgabe des Trierischen Volksfreundes vom 25.3.2022 schreibt Chefreporter Rainer Neubert unter anderem zu dem Thema: » …Den Satzungsvorschlägen der Stadt für die neuen Abrechnungsbezirke hat die Mehrheit im Rat zwar zugestimmt. Vor allem mit Blick auf Mariahof taten das allerdings viele Ratsmitglieder nur mit Widerwillen. Der Höhenstadtteil war der erste, in dem bereits 2007 wiederkehrende Beiträge eingeführt wurden. Aus dem versprochenen Abschluss der Erneuerung aller Straßen und Wege bis 2016 wurde inzwischen das Jahr 2032. Die Gesamtkosten steigen bis dahin von 12 auf mindestens 17 Millionen Euro. Dennoch sieht die wegen des Landesgesetzes auch hier notwendige neue Satzung nur einen städtischen Anteil von 20 Prozent vor (TV vom 25. Februar). Das ist nur noch die Hälfte von dem, was vor 15 Jahren galt. ….. Jutta Albrecht und die anderen beiden Stadträte mit Wohnsitz Mariahof bestehen auf die vom Ortsbeirat formulierte Forderungen nach einem Anteil der Stadt von zumindest 25 Prozent und stimmen gegen die Satzung.« Er kommentiert dann auch völlig zu Recht: » Eine Ohrfeige für die Anlieger, besonders in Mariahof!« Und wer als Leser/in unserer Seite glaubt, ihn/sie betreffe das alles nicht, weil er/sie ja nur Mieter/in sei, noch ein Zitat von Rainer Neubert in den Kommentar: » …. Rechtlich dürfen diese Mehrkosten zwar nicht auf die Mieter oder Pächter umgelegt werden. Wer allerdings glaubt, dass dies tatsächlich nicht passiert, ist blauäugig.«

Jutta’s Rede zum Thema findet sich hier:

Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen

Dissens mit meiner Fraktion gab zu der Frage, ob die Satzung des Ausländerbeirates geändert werden soll. Ich habe die Auffassung geäußert, dass dies zumindest nicht über die Köpfe des Betroffenen Beirates hinweg geschehen sollte, aber keine Mehrheit für meine Auffassung gefunden

Freitag, 25.3.2022
Heute habe ich beim »Flieten Franz« unser Essen besorgt.
Jutta schreibt dazu: »Thomas und ich haben ja bereits in der ersten Coronawelle 2020, als man ›mit der Nase zuhause bleiben sollte‹ die heimischen Gaststätten und Restaurants gerne darin unterstützt, dass wir uns ›Essen auf Rädern‹ besorgt haben. Klar hat das nicht dieselbe Qualität, als wenn man das Zubereitete direkt vor Ort – mit einem lecker gezapften Bier und einem guten Weißburgunder oder auch gutem Roten – genießt.
Wir haben dabei sehr viele kulinarische Geheimadressen kennengelernt – vom Sternekoch bis zur Frittenbud.
Heute haben wir zum ersten Mal den Flieten Franz ausprobiert. Wenn Thomas und ich als Mariahofer und Mariahoferin sagen, dass die Flieten sehr, sehr nahe an die unvergesslichen vom ›Brubacher Hof‹ heranreichen, dann hat das … Güteklasse 1A. OK, über die offensichtliche Leidenschaft vom Flieten Franz (alias Maximilian Laux) für Paprikagewürz lässt sich streiten, aber ganz hervorragend, wirklich, ganz hervorragend: ›Muttis Dip.‹ Annette Laux – wir waren begeistert! Wir hatten den Knobi-Dip und den sauscharfen und sauleckeren roten Dip. Was die ›Mutti‹ so alles kann, ne Powerfrau!
War das erste Mal, dass wir vom Flieten Franz was gegessen haben, aber nicht das letzte Mal!!«
Montag, 28.3.2022
Für Jutta und mich war heute persönlicher »Freedom Day«. Wir sind beide negativ auf Corona getestet und können unsere Quarantäne beenden. Jutta hatte es schon schon nach 7 Tagen geschafft. Bei mir hat es 13 Tage gedauert. Das haben wir dann auch ausgenutzt und sind erst einmal heute Mittag zum »Astarix« essen gegangen.
Am Abend waren wir dann gemeinsam beim Benefizabend für die Ukraine. Jutta hat über diesen Abend auf Facebook geschrieben:
» Sehr beeindruckend, emotional sehr berührend, und großen Respekt abverlangend: die Schilderungen von  Dominik Sienkiewicz – der unverzüglich nach dem 24.2.2022 einen Hilfsverein für die Ukraine, ›Humanitäre Hilfe Trier e.V. – stand with Ukraine‹ – gegründet hat (Die Eltern seiner Frau hielten sich beim Überfall vom 24.2.2023 bei ihnen auf und konnten nicht mehr zurück in die Heimat) und seinem Schwager aus Olewig, geboren in der Ukraine, der etliche Hilfstransporte organisiert und mit ehrenamtlichen Helfern unter Einsatz des Lebens durchgeführt hat und immer noch durchführt. Moderiert wurden die Schilderungen sensibel von der TV Journalistin Katharina de Mos. Mein herzlicher Dank geht an ALLE Mitwirkenden des Abends, vor und hinter der Bühne, im Rampenlicht oder nicht: für die Idee ( Manfred Langner, Intendant Stadttheater Trier) für die Vorbereitungen, für die Freizeit, die zur Verfügung gestellt wurde ( so z.B. Orchestermusiker/innen, die montags ihren freien Tag haben), für die Kurzweile, die von auf der Bühne aufgrund des künstlerischen Beitrags erzeugt wurde ( hier erwähne ich besonders Barbara Ullmann, Giovanni Rupp ) für den Tiefgang beim Vortrag von Texten und Liedern- hier sei  Stephanie Theiß erwähnt mit ›Sag‘ mir, wo die Blumen sind‹, das mit einer so großen, zu Herzen gehenden Inbrunst ( und Seelenschmerz) vorgetragen wurde, für die sehr informativen Beiträge – moderiert vom Chefredakteur des TV, Thomas Roth-  seitens des Professors für Konfliktforschung an der Uni Trier ( Manuel Fröhlich) und der Völkerrechtsprofessorin Birgit Peters. Nachtrag: Es wurden über 11.000 € gespendet.«