Spielplatzgegner scheiterten vor Gericht!

Ich hatte schon Verwaltungsgerichte wegen wenig kinderfreundlicher Entscheidungen kritisiert. Jetzt muss ich doch auch einmal Lob äußern.
Was war geschehen?
Die Ortsgemeinde Ferschweiler hatte eine Baugenehmigung zur Errichtung eines Kinderspielplatzes erteilt. Dagegen sind kinderfreundliche Zeitgenossen zu Felde gezogen und klagten vor dem Verwaltungsgericht Trier.
Heute hat es seine Entscheidung (Urteil vom 23. Januar 2008 – 5 K 505/07.TR -) veröffentlicht: Die Kläger scheiterten mit ihrem Versuch, den Spielplatz zu verhindern. Ich zitiere aus der Pressemitteilung:

Zur Begründung führten die Richter im Wesentlichen aus, die mit der Benutzung eines Kinderspielplatzes für die nähere Umgebung unvermeidbar verbundenen Auswirkungen, insbesondere in Form von Lärmemissionen, seien sozialadäquat und von den betroffenen Nachbarn grundsätzlich hinzunehmen. Etwas anderes könne nur in besonders gelagerten Ausnahmefällen gelten. Die Zumutbarkeitsschwelle bei Kinderlärm sei deutlich höher anzusetzen als bei anderen Freizeitlärmquellen. Ein besonders gelagerter Ausnahmefall liege jedenfalls dann nicht vor, wenn – wie im Falle des streitgegenständlichen Spielplatzes – die für Freizeitanlagen maßgebenden Geräuschwerte, die für Kinderspielplätze allerdings keine unmittelbare Verbindlichkeit hätten, nicht wesentlich überschritten würden.

Na bitte, das lässt doch hoffen!
Und doch bleibt ein bitter Beigeschmack: Kaum soll irgendwo ein Kinderspielplatz errichtet werden, finden sich auch schon Leute, die dagegen vorgehen. Was geht nur in deren Köpfen vor?

Über Thomas Albrecht

Mitglied des Trierer Stadtrates.
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2 Antworten zu Spielplatzgegner scheiterten vor Gericht!

  1. Hermann Joda sagt:

    Die Frage muss lauten:

    Was geht in diesen Köpfen nicht mehr vor?

    Viel zu schnell vergißt der Mensch doch woher er kommt und wohin er geht. Sicherlich ändern sich die Zeiten, vor Jahrzehnten hat man auf der Straße gespielt, in Waldstuecken oder auf Baustellen, da gab es noch keine Versorgung mit Kinderspielplätzen. Es bleibt zu vermuten das hier Menschen, angetrieben von Neid und Mißgunst eigentlich nur auf das Vereiteln aus sind, so unter dem Motto, was ich nicht hatte darf auch kein anderer haben.

    Lärmende Kinder…..sind doch etwas Schönes! Da ist Leben drin, die Kids müssen sich doch noch keine Gedanken machen über das teilweise beschwerliche Leben auf dieser Welt, die Leute sollten eigentlich dankbar dafür sein „Leben“ vor der Tür zu haben!

    Schön das die Kinder nun einen Spielplatz bekommen!

    Gruss aus dem All
    Hermann Joda

  2. Manfred Schreiber sagt:

    Guten Tag,

    was in den Köpfen vor sich geht, kann ich Ihnen ganz genau sagen.

    Ich bin ein älter werdender Mensch. 63 Jahre alt.
    Mein Freisitzplatz am Haus liegt 7 m von einem öffentlichen Spielplatz entfernt. Ich kann ihn nicht mehr benutzen. Kinedrspiel ist mit Schreien und lautenm reden verbunden. Ältere menschen können leider Geräusche nicht mehr so gut überhören und wegfiltern. Jeder gellende Kinderschrei schrweckt auf, treibt das Adrenalin in die Höhe.

    Wenn Sie jetzt meinen, ich sei kinderfeindliche. Ich habe hier meine 4 Kinder alleinerziehend groß gezogen. AQch sie haben hier gespielt. Ich habe darauf geachtet, daß sie dabei nicht übermäßig brüllen und kreischen, was heute viele Kinder tun. Sie sind trotzdem ganz normale lebensaktive Erwachsene geworden. Aber mir reicht es jetzt nach 20 Jahren der Kindererziehung mit dem Kinderlärm. Ältere Menschen brauchen mehr Ruhe als Jüngere.

    Man klagt nicht gegen den Lärm, weil man etwas gegen Kinder hat. Man leidet objektiv unter dem Lärm und versucht dem abzuhelfen. Ich selbst klage nicht gegen den Kinderspielplatz. Aber ich benutze meinen Freisitzplatz nicht mehr. Nachmittags gehe ich immer weg bis zum Abendbrot. Ich kann meine Wohnung nicht mehr so nutzen wie es möglich weäre wegen des Spielplatzlärms. Ist das der Lohn dafür, daß ich 4 Kinder allein und unter großen Opfern groß gezogen habe? Ist das die Lösung die sich die Jüngeren von uns erwarten?

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