Das war’s

Ich habe meine Entlassungsurkunde erhalten

Heute war mein letzter Arbeitstag bei der Staatsanwaltschaft:

Corona bedingt wurde ich in kleinster Runde aus dem Dienst verabschiedet.
Der Leitende Oberstaatsanwalt Peter Fritzen, dem ich – ebenso wie dem Generalstaatsanwalt Dr. Jürgen Brauer – für seine wohlwollenden Worte mir gegenüber sehr dankbar bin, hat mir die Entlassungsurkunde überreicht.

Ich gestehe offen: Gerne hätte ich noch ein wenig weiter gemacht, um zu verhindern, dass meiner Jutta jetzt »Papa ante portas« bevorsteht. Doch das Gesetz will es so.
Ich habe den Beruf eines Staatsanwaltes immer sehr gerne ausgeübt, war mir aber stets auch bewusst, welche große Verantwortung mir vom Staat übertragen worden ist.
Viel, sehr viel habe ich in den vergangenen vier Jahrzehnten erlebt. Tragisches, Spannendes, Heiteres, Bewegendes, Absurdes. Vielen bin ich begegnet:
Kolleginnen und Kollegen, mit denen ich täglich zusammenarbeitete, Richterinnen und Richtern, die darüber entscheiden mussten, was ich vorbereitet habe, Verteidigerinnen und Verteidiger, die im Gegensatz zu mir auch einseitig, parteiisch handeln durften und mussten, um die Interessen ihrer Mandanten und Mandantinnen zu vertreten und Angeklagte, darunter – zum Glück – nur wenige ganz üble. In der Öffentlichkeit wird ein Staatsanwalt ja immer als »Ankläger« gesehen. Doch in Wirklichkeit werden die allermeisten Verfahren eingestellt. Viele darunter, weil ein Täter nicht ermittelt werden konnte. Zum größten Frust der Opfer. Anderseits war auch ich oft frustriert, vor allem, wenn ich immer wieder wahrnehmen musste, wie leichtsinnig und gutgläubig sich Leute im Internet verhalten, allen Warnungen zum Trotz.
Ich werde der Justiz, eine der tragenden Säulen unserer Demokratie, in meiner Eigenschaft als Vorsitzender des rheinland-pfälzischen Richterbundes weiter verbunden bleiben.

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