Dezernatsausschuss V: Aulbrücke Note 6

Während in der Öffentlichkeit seine Nachfolge heftig diskutiert wird, wickelt der amtierende Baudezernent Peter Dietze mit großem Engagement sein Restprogramm ab. So war in der letzten Sitzung des Dezernatsausschusses V umfangreiche Tagesordnung zu bewältigen.

Die Franz-Buß-Straße

soll ausgebaut werden. Dies wird nun teurer als erwartet, wie die Ausschreibung ergeben hat. Deshalb müssen zusätzliche Mittel (81.000 €) bereit gestellt werden.

Gebäudeverwaltung

Die Stadt Trier besitzt eine Menge von Grundstücken und Gebäuden. Diese müssen effektiv und professionell verwaltet werden. Heute nennt man das „Facility Management“. Eine private Firma stellte uns vor, wie so etwas mit Unterstützung von entsprechenden professionellen Computerprogrammen vonstatten gehen soll. Das Ganze nennt sich dann CAFM = Computer Aided Facility Management. Hörte sich alles sehr gut an und klang auch sehr vernünftig, denn sicherlich ist es notwendig, die städtische Gebäudeverwaltung zu neu organisieren. Abschreckend waren nur die hohen Kosten, die das Projekt verursacht.

Aulbrücke

Ein Prüfingenieur stellte uns seine Ergebnisse der Untersuchung der im Jahre 1913 (!) erbauten Aulbrücke vor.

Das Ergebnis war erschütternd. Die Eisenkonstruktion ist im Lauf der Zeit völlig verrostetet, was man so auf den ersten Blick nicht erkennen kann, jedoch eine genaue Untersuchung durch Fachleute ergeben hat. Es gibt einzelne Trägerteile, die schon zu 50% durchrostet sind. Zum Glück ist nicht die ganze Brücke so schwer betroffen. Jedenfalls kann derzeit nicht mehr verantwortet werden, dass sie einer größeren Belastung ausgesetzt würde. Deshalb die Sperrung für Lkw und Verengung auf eine Fahrspur.

Der Prüfingenieur wörtlich: Bewertet man den Zustand der Brücke nach Schulnoten, so muss sie die Note 6 erhalten. Es muss sich also dringend etwas ereignen getan werden!

Welche Möglichkeiten gibt es? Es ist zunächst zu prüfen, ob ein Neubau oder eine Instandsetzung wirtschaftlicher ist. Der Fachmann konnte jedoch bereits jetzt vortragen, dass sich eine Instandsetzung ganz offensichtlich nicht lohnen würde. Es bleibt also nur der Neubau. Die Kosten hierfür werden insbesondere deshalb in die Höhe getrieben, weil die Bahn AG einbezogen werden muss: Wegen des Bahnverkehrs sind entsprechende Sicherungsmaßnahmen erforderlich; außerdem könnten die Bauarbeiten nur zu ganz bestimmten Zeiten erfolgen. Geld für einen umfassenden Neubau ist jedoch zurzeit nicht da. Es stellt sich also die Frage, ob man sich nicht wenigstens mit einem Provisorium behelfen kann, um eine Nutzung der Brücke durch Stadtbusse zu ermöglichen. Wir erhielten die Auskunft, dass so etwas grundsätzlich möglich ist. Es gibt so genannte D-Brücken, die im Baukastensystem vorläufig installiert werden können. Ob und wie so etwas möglich ist, muss im einzelnen noch untersucht werden. Dies soll jetzt geschehen. Wir werden an der Sache“ dran bleiben „. Für mich ist es jedenfalls wichtig, dass die Anwohner des Stadtteils Weismark, mit denen ich in intensiven Kontakt stehe, dringend eine verbesserte Busverbindung erhalten. Wir werden daher auf eine schnelle Lösung drängen.

Ehrang – Mühlengelände

Die Ehranger wissen es schon lange: Im Konversionsgebiet „Mühlen-Gelände “ muss sich dringend etwas zu tun. Ursprünglich war dort ein Kindergarten und ein Supermarkt vorgesehen, denn die Ehranger legen Wert auf eine ortsnahe Versorgung im Einzelhandel. Die Kindertagesstätte sollte in der denkmalgeschützten Villa (Seifer) errichtet werden, weshalb das Gebäude von der Stadt angekauft wurde. Jetzt hat sich herausgestellt, dass dies so nicht geht. Die Fläche für den Supermarkt (sog. Vollsortimenter) mit Parkfläche ist einfach zu klein, als dass dieser dort rentabel errichtet werden könnte. Jetzt ist folgende Lösung vorgesehen: Das Gelände um die Villa herum wird auch für den Supermarkt genutzt. Der Kaufvertrag wird rückabgewickelt. Ein Abbruch der Villa kommt jedoch als denkmalschutzrechtlichen Gründen nicht in Betracht. Die Kindertagesstätte wird in Ehrang an anderer Stelle (Eulenplatz/zur Stadtmauer) gebaut werden. Der Ortsbeirat hat diese Maßnahme schon einstimmig gebilligt.

Stadtteilrahmenpläne

Man stellte uns eine sehr interessante Übersicht über den Stand der Arbeit vor: Fast alle Stadtteilrahmenpläne sind mittlerweile erstellt worden. Im nächsten Stadtrat werden die von Mariahof und Pfalzel verabschiedet werden. Ich habe angeregt, die Übersicht und die Pläne den Bürgern im Internet leicht zugänglich zu machen.

Bebauungsplan Areal Herz-Jesu-Krankenhaus

Der entsprechende Bebauungsplan soll offen gelegt werden. Grundsätzlich besteht Einigkeit darüber, dass dort künftig Wohnbebauung geschaffen werden soll. Streitig war allein die Frage, ob auf dem Gebiet selbst ein separater Kinderspielplatz für Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren errichtet werden soll (wie es der Ortsbeirat vorschlägt) oder ob dies auf einer gesonderten Fläche geschehen soll, wie dies die Verwaltung in Abstimmung mit der mobilen Spielaktion und dem Jugendamt vorschlägt. Ich gehe davon aus, dass noch eine Lösung gefunden werden wird. Spielmöglichkeiten für Kleinkinder sind auf dem neuen Gelände auf jeden Fall vorhanden!

Neuanbindung Aveler Tal

Die Planungen zu Neuanbindung des Aveler Tals (Umgehung Kürenz) sollen aufgrund der Variante“ Grüneberg „fortgeführt werden. Das heißt, die neue Umgehungsstraße soll am Grüneberg vorbei über die Eisenbahn bis zur Metternich Straße in Höhe Dasbachstraße geführt werden. Geschätzte Kosten: Etwa 19, 5 Millionen €. Auf Wunsch des Ortsbeirates wurden noch keine Entscheidung darüber getroffen, wie das Verkehrsberuhigungskonzept für Alt-Kürenz aussehen soll. Die Verwaltung hatte eine so genannte Null-Stelle bei der Abzweigung zum Grüneberg vorgesehen, das heißt der Durchgangsverkehr sollte ausgespart werden. Der Ortsbeirat war der Meinung, man solle hierüber noch einmal reden, denn die Nullstelle würde bedeuten, dass Alt-Kürenz von Tarforst quasi abgeschnitten wird.

Über Thomas Albrecht

Mitglied des Trierer Stadtrates.
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7 Antworten zu Dezernatsausschuss V: Aulbrücke Note 6

  1. Hallöchen:
    zum Thema „Neuanbindung Aveler Tal“ kann ich nur bemerken, dass es wichtig ist, auch die Trier-Norder Belange in Rechnung zu stellen. Änderungen des Verkehrsflusses in Alt-Kürenz wirken sich sehr schnell auf Straßen in Nord aus, wie zum Beispiel Reichsabtei, Schöndorfer, Franz-Georg-Straße. Deshalb sollte hier ein Gesamtkonzept entwickelt werden und keine isolierten Lösungen, die nur Alt-Kürenz verkehrsberuhigen (wo ja so mancher Stadtrat aus dem unabhängigen Lager wohnt 😉

  2. Y-Chromosom sagt:

    zu aulbrücke und „Es muss sich also dringend etwas ereignen!“. wenn sie einstürzt, wird sicher was getan…!

  3. Thomas Albrecht sagt:

    @Hans-Peter Linz
    Nach den vorliegenden Gutachten – so wurde es uns jedenfalls im Ausschuss gesagt – sollen sich auf Trier-Nord keine Auswirkungen ergeben, der Verkehr eher noch etwas geringer werden.
    @Y-Chromosom
    Der Gutachter hat versichert, dass keine akute Einsturzgefahr besteht. Sonst hätte er die Sperrung der Brücke empfehlen müssen.

  4. Hans-Peter Linz sagt:

    @Thomas Albrecht – na dann bin ich ja beruhigt und hoffe, dass die Kürenzer ein wenig Entlastung erhalten.
    schönes wochenende

  5. augur sagt:

    Vielen Dank für die reichlichen Informationen!
    Ich bin gespannt, wann ein Gutachter nach Ehrang kommt, um dort die Brücke über die Eisenbahn zu begutachten. Bilder von der maroden Brücke und deren Stahlkonstruktion finden sich in meinem nachfolgenden Blogeintrag:

    http://augur.blog.volksfreund.de/unser-trier/ehrang-ansichten-der-maroden-behelfsbruecke-ueber-die-eisenbahn.html

    Alle weiteren Blogeinträge

  6. Thomas Albrecht sagt:

    @augur
    Die Brücken müssen in regelmäßigen Abständen überprüft werden. Dies müsste also auch auf die Brücke in Ehrang zutreffen. Der Prüfingenieur hat uns außerdem erläutert, dass der von dem Laien von außen sichtbare Zustand nicht mit dem tatsächlichen zustand der Brücke zu tun hat.

  7. Spectator sagt:

    Soweit ich es überblicke, müssen die Stadtbusse durch die Teilsperrung der Aulbrücke Umwege fahren. Ein Neubau dieser Brücke mag teuer sein, aber er spart Zeit und Geld. Busse, die Umwege fahren, sind sicher keine Dauerlösung, denn dies verursacht Mehrkosten, Verdruss und Schäden an anderen Straßen, die nicht für den lfd. Busverkehr vorgesehen sind.
    Insgesamt „leiden“ also viele, so dass, bei aller Sorgfalt, Eile geboten ist.

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