Schafe im Dienste der Umwelt

„Wir haben jetzt hier das größte Solarkraftwerk in Rheinland-Pfalz und alle fragen immer nur nach den Schafen“, beklagte sich Helmut Steuer, Abteilungsleiter Netzsteuerung bei den Stadtwerken Trier ein wenig, als er den interessierten Gästen das riesige Solarkraftwerk der Stadtwerke Trier im Industriepark Föhren präsentierte.

In der Tat, die Stadtwerke können stolz auf das sein, was hier errichtet worden ist und heute Mittag in Betrieb genommen wurde. Beeindruckende Zahlen belegen dies:

Die hier errichteten 112.000 Solarmodule liefern auf einer Fläche von 250.000 qm Strom für 2.400 so genante Musterhaushalte. Damit können 5.000 Tonnen Co² im Jahr erspart werden. 30 Millionen Euro haben sich die Stadtwerke diese umweltfreundlichen Investitionen kosten lassen und damit wieder einmal unterstrichen, dass in Sachen Umweltschutz führend sind.

Doch was haben jetzt Schafe damit zu tun?
Ganz einfach: die einzelnen Solarmodule stehen auf einer Wiese. Bleibt diese unbehandelt, wird langsam das Unkraut und Gras wuchern und die Solarmodule verdecken, so dass deren Leistungsfähigkeit eingeschränkt sein wird. Zwischen den Modulen mit Maschinen zu Mähen wäre viel zu teuer und aufwändig. Was liegt also näher, als ein Vertrag mit einem Schäfer zu schließen, der seine Schafe just auf dieser Wiese weiden lässt, damit sie das Gras herunterfressen.

Damit entsteht das, was man im modernen Geschäftsleben auf Neudeutsch als „Win-Win-Situation“ bezeichnet: Die Schafe werden dick und rund, sodass sie sich gut verkaufen lassen und die Photovoltaik-Anlage bleibt betriebsbereit.

 Das Ganze hört sich einfacher an als es ist:

  1.  Die Schafe dürfen nicht zu groß sein, müssen so geannte „Norm-Schafe“ sein, denn sie sollen ja schließlich unter die Module passen.
  2. Wie wir uns aus einem Büfett immer nur die besten Happen herauspicken, so festen Schafe auch nur da das Gras,  wo es am grünsten ist und  besten schmeckt. Doch das Futter muss gleichmäßig abgemäht werden. Daher wurde mit dem Schäfer ein Vertrag geschlossen, dass er selbst die Stellen mähen musste, an denen die Schafe ihre Aufgabe nicht ordnungsgemäß zu erledigen. Und, so wurde uns versicherte, das klappt hervorragend.

Über Thomas Albrecht

Mitglied des Trierer Stadtrates.
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