Bericht über die Ortsbeiratssitzung vom Dienstag, 20. Oktober 2026
Beinahe hätte man glauben können, unsere Stadtverwaltung hätte ein Zeichen setzen wollen:
Just an dem Tag, an dem der Mariahofer Ortsbeirat über eine Initiative zur Einführung von »Tempo 30« auf ganz Mariahof beriet, wurde auf dem Straßenstück »Am Mariahof« vor unserer Grundschule, wo bereits jetzt aus Sicherheitsgründen »30« angeordnet ist, eine Geschwindigkeitskontrolle durchgeführt (unsere Leser haben darauf hingewiesen).
Ein Argument, das im Vorfeld der Diskussion über die Tempobegrenzung immer wieder vorgebracht wurde, war bekanntlich, dass »eh nie kontrolliert« werde. Das stimmt natürlich nicht!
Doch, wie sieht es eigentlich aus mit der Verkehrsdisziplin in unserem Stadtteil?
Auch hierzu gab es Informationen im Ortsbeirat, wurden doch im Zeitraum vom 18.11.2024 bis zum 19.12.2025 Messungen an der Straße »Am Mariahof« durchgeführt. Dabei hat sich herausgestellt, dass auf dieser Straße, auf der täglich etwa 500 Fahrzeuge verkehren, unabhängig von der ausgewiesenen Geschwindigkeitsbegrenzung (30 km/h oder 50 km/h) – etwa 20-mal pro Tag 60 km/h und schneller gefahren wird. Teilweise sind sogar Geschwindigkeiten über 100 km/h (!) gemessen worden. Unglaublich!
Im Ortsbeirat selbst gab es am letzten Dienstag keine große Diskussion über das Thema:
EINSTIMMIG verabschiedete das Gremium am vergangenen Dienstag eine Resolution, in der die Verwaltung aufgefordert wurde, die Straße »Am Mariahof« ab dem Ortsschild »Trier Stadtteil Mariahof« mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h auszuweisen und zu beschildern. Allerdings sollte die Vorfahrt der Linienbusse gewahrt bleiben, also ausdrücklich KEINE Tempo-30-Zone eingerichtet werden.
Ortsbeiratsmitglied Rainer Grünen (Bündnis 90/Grüne) hat sich viel Mühe gegeben und einen sorgfältig formulierten Antrag mit einer 19 Punkte umfassenden Begründung vorgelegt, dem sich alle Ortsbeiratsmitglieder anschließen konnten.
(Wir berichteten und hatten den Wortlaut des Antrags bereits abgedruckt).
Die Kernaussage: Es soll eine erhebliche Verbesserung der Verkehrssicherheit und der Lebensqualität der Bewohner im Stadtteil Mariahof erreicht werden.
Dies ist jetzt die dritte Initiative des Ortsbeirates, waren doch entsprechende Bemühungen im Februar 2014 und April 2015 gescheitert. Bereits im »Bürgergutachten« aus dem Jahre 1997 war eine solche Verkehrsberuhigung angeregt worden.
Doch mittlerweile hat sich die Rechtslage geändert: »Tempo 30« darf seit März 2025 auch ohne konkreten Gefahrennachweis angeordnet werden. Dürfen wir also sehr gespannt sein, was die Verwaltung, die ALLEIN über die Einführung der Geschwindigkeitsbeschränkung entscheidet, daraus macht.
Der Ortsbeirat hatte vor seiner eigentlichen Sitzung das Heizwerk Mariahof besichtigt und sich über die dortige aktuelle Lage kundig gemacht. Hierüber werden wir noch gesondert berichten.
Suppentag – Nachfolger gefunden – Helfer gesucht
Ortsvorsteher Thorsten Wollscheid konnte unter dem TOP »Mitteilungen« unter anderem berichten, dass glücklicherweise ein Koch gefunden wurde, der als Nachfolger von Frau Hammes, den Suppentag übernehmen wird. Dringend werden aber noch Helferinnen und Helfer gesucht, die diese Initiative unterstützen.
Anhörung zum Finanzhaushalt
Auf der Tagesordnung stand auch die Anhörung des Ortsbeirates (§ 75 Absatz 2 Gemeindeordnung)zum städtischen Entwurf des Finanzhaushaltes 2027, wie es in der Gemeindeordnung vorgeschrieben ist. Eine reine Formalie, wie sich zeigte, stand doch für unseren Ortsteil keine einzige Position in dem Haushalt.
Das bedeutet aber auch: Für die Sanierung der Straßen und Wege ist nichts eingeplant. Es geht hier also bei uns zunächst nicht weiter. Andererseits fallen dann auch für die Eigentümer, die die wiederkehrenden Beiträge zahlen, keine Kosten an.
Perspektiven für Mariahofs Zukunft
Breiten Raum nahm in der Ortsbeiratssitzung der Bericht über die Sitzung des »Arbeitskreises Zukunft Mariahof« ein, der am 3.10. getagt hatte.
15 Mariahoferinnen und Mariahofer waren dabei gewesen, darunter etliche Ortsbeiratsmitglieder.
In dem Arbeitskreis geht es im Kern um die langfristige Stadtteilentwicklung, darunter die Gestaltung des Wohnumfelds, Verkehrsfragen sowie den Erhalt von Natur- und Freiräumen im Stadtteil.
Der AK, an dem übrigens jeder Mariahofer mitarbeiten kann (bei Bedarf bitte beim Ortsvorsteher melden), hatte sehr viele Themen besprochen, die wir hier aus Platzgründen nicht alle ansprechen können. Sicherlich wird das ein oder andere Thema an dieser Stelle noch einmal aufgegriffen werden.
So ging es unter anderem um die Ausgestaltung der Feste in unserem Stadtteil. So viele Kulturen finden sich bei uns. Doch nicht alle finden sich bei den Festen wieder, weshalb angeregt wurde, ein »Fest der Kulturen« durchzuführen oder bei einem anderen Fest (Sommerfest?) zu integrieren.
Auf der Streuobstwiese sollen künftig mittels geeigneter Schrifttafeln (mit QR-Code) vertiefte Informationen über die dort gepflanzten Bäume angebracht werden.
Unser schöner Mariahofer Wald als Naherholungsgebiet, schon immer ein schwieriges, sensibles Thema, freuen wir uns doch einerseits darüber, dass Mariahof der waldreichste Stadtteil Triers ist. Andererseits handelt es sich um ein sehr wertvolles Naturschutzgebiet, weshalb unbedingt vermieden werden muss, dass es von zu vielen aufgesucht wird, um es nicht zu zerstören.
Apropos Bäume: Auf ganz Mariahof leiden die Bäume unter den Folgen des Klimawandels, hohe Temperaturen und Trockenheit. Hier soll und muss Abhilfe geschaffen werden! Kennzeichnung besonders, Einführung von Baumpatenschaften, Organisation sonstiger Hilfe.
Unabhängig davon, so meint der Arbeitskreis, müssen in unserem Stadtteil verbesserte Klimaschutzmaßnahmen durchgeführt werden. Gedacht ist zum Beispiel an die Errichtung eines Brunnens, bessere Beschattung des Kirchplatzes, Organisation von speziellen Aktionen für Kinder.
Der AK schlug eine Aktion »Jugendliche helfen Senioren« vor, um unsere Jugendlichen besser zu integrieren und die Isolation alter Menschen abzubauen.
Angeregt wurde außerdem die Einrichtung einer Mariahofer Tauschbörse (Umsonst-Markt) und eines sogenannten »Repaircafés«, wobei natürlich Leute gefunden werden müssen, die so etwas betreiben.